Kulturtechnik macht fit für die Zukunft
14.02.2011 | 15:00 Uhr 2011-02-14T15:00:00+0100
Hüsten.Lernen fürs Leben - das muss nicht immer Mathe, Deutsch und Englisch sein. Wer die Realschule Hüsten verlässt, soll mit dem Computer und dem Programmen des Office-Paketes sicher umgehen können.
„Das ist eine Kulturtechnik“, sagt Schulleiter Dr. Ulrich Kleine. Die Computer-Xpert-Schulung ist inzwischen verpflichtend.
Dazu bedarf es reichlich Hardware. „Hier macht die Stadt als Schulträger wirklich viel für uns“, freut sich Dr. Kleine. In drei voll ausgestatteten Computerräumen kann die in fünf Module aufgeteilte Computer-Ausbildung umgesetzt werden. In den vergangenen drei Jahren erwarben so 230 Schüler das Xpert-Zertifikat und weitere 60 sogar das Master-Zertifikat. Für alle Schüler der 7. und 8. Klasse ist dieser Kurs verpflichtend. Einziger Haken: Die Abnahme der Zertifikatsprüfung über den Volkshochschulverband ist kostenpflichtig.
Die Hüstener Realschule hatte sich das Ausbildungskonzept für die Xpert-Schulung im Rahmen der „Selbstständigen Schule“ ausgedacht. Inzwischen wurden auch 23 Lehrerkollegen zum „Xpert“ und weitere 7 zum „Master“ geschult. Ergänzend dazu ist die Realschule Hüsten auch Pilotschule für den „Computer-Führerschein NRW“.
Inhaltlich sind die Projekte sehr ähnlich, allerdings gibt es hier nicht das Zertifikat. „Das allerdings wird offenbar inzwischen auch schon bei Bewerbungsgesprächen nachgefragt“, so Dr. Ulrich Kleine.
Die Computerschulung ist einer der wichtigen Bausteine der Berufsvorbereitung der Hüstener Realschüler. Aus vielen Standards wie Praktika, Berufsberatungen, Kompetenzchecks und Berufsorientierungsbüro ragt ein zweitägiges Bewerbungstraining mit Eltern heraus. Diese arbeiten vielfach selbst im Personalwesen und können gut einschätzen, wie erfolgversprechend sich die Schüler beim Bewerbungs-Rollenspiel präsentieren. Eltern sind auch eingebunden, wenn es um die erste Berufsorientierung geht. „Unsere Fünftklässler sollen ihre Eltern einfach mal an deren Arbeitsplatz begleiten“, sagt Kleine. Eine substanzielle Berufsvorbereitung hält Dr. Kleine erst in den Stufen 9 und 10 für sinnvoll. „Vorher weiß niemand, wohin die Reise geht“, glaubt er. Hilfreich sind dann die Kontakte zum Partner-Unternehmen Wickeder Westfalenstahl. Über Praktika, Besuche und regelmäßigem Austausch sei es hier auch schon zu Lehrstellen-Vermittlungen gekommen.
„Die meisten gehen aber weiter zur Schule“, weiß der Schulleiter, „Eltern erwarten von uns die Hinführung zum Abitur. Aus seiner aktuellen Zehner-Klasse streben nur vier von 27 Schülern direkt einen Lehrberuf an. Daraus erwächst neben vielen Maßnahmen zur Schwächenförderung, die es an der Hüstener Realschule gibt, auch die Verantwortung zur Stärken-Forderung. Kurse wie „Fit in Mathe“ sollen durch zusätzliche Stunden speziell Neunt- und Zehntklässler auf die Anforderungen auf ihren kommenden Schulen vorbereiten.
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