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Kritik an der Sekundarschule

13.10.2011 | 14:00 Uhr
Kritik an der Sekundarschule
In einzelnen Fächern wie zum Beispiel Mathematik sieht eine Sekundarschule individuelle Förderung der Schüler vor. Foto: Pickartz

Neheim.Viele Lehrer und Eltern stehen der Neugründung von Sekundarschulen im Stadtgebiet Arnsberg skeptisch gegenüber. Dies wurde bei einem Info-Abend der Neheimer Interessengemeinschaft Müggenberg-Rusch deutlich.

Die beiden Referenten des Abends, die Kommunalpolitiker Klaus Kaiser (CDU) und Bernd Bierwirth (SPD), hörten von den rund 30 Gästen (darunter viele Lehrer) manche Sorgen und Kritikpunkte, aber wenig positive Resonanz zum Konzept der Sekundarschule. „Ich bin nicht grundsätzlich gegen eine Sekundarschule, doch die Zeit für die organisatorische Vorbereitung ist viel zu kurz“, meinte Renate Hackmann, Leiterin der Neheimer Realschule. Aus ihrer Sicht sollte das Konzept einer Neheimer Sekundarschule nicht hastig umgesetzt werden.

Auch berichtete sie, dass viele Realschul-Eltern Vorbehalte gegenüber einem gemeinsamen Unterricht von Schülern hegten, die ansonsten getrennt - in Haupt- oder Realschule - unterrichtet würden. Manche Eltern würden ein Absinken des Leistungsniveaus befürchten. So gab sie zu verstehen, dass mit Blick auf die Eltern die Realschulen noch viel Informationsarbeit zu leisten hätten. Die Leiterin der Bergheimer Grundschule, Anne Deimel, blickt zuversichtlich auf die künftige Sekundarschule: „Der Unterricht in den Sekundarschulen ermöglicht es, die Lernkapazität des einzelnen Schülers noch besser auszuschöpfen. Es muss für dieses Konzept aber gewährleistet sein, dass genügend Mittel (Lehrer) für individuelle Schülerförderung zur Verfügung stehen.“ Die Sekundarschule wird binnendifferenzierten Unterricht in einer Jahrgangsstufe anbieten.

Kaiser berichtete, dass die Gründung einer Sekundarschule mit dem „Beschluss durch den Schulträger in Einbindung der Schulkonferenzen“ erfolge. Auf Nachfrage unserer Zeitung, ob sich der Schulträger über ein ablehnendes Votum einer Schulkonferenz hinwegsetzen könne, sagte Kaiser: „Theoretisch ja.“ Wann Sekundarschulen im Stadtgebiet eingeführt werden, ist noch ungewiss. Es zeichnet sich aber ab, dass dies ab Schuljahr 2012/13 oder 2013/14 sein könnte, wobei - laut Bernd Bierwirth - in Hüsten die Gründung einer Sekundarschule zeitlich stärker drängt als in Neheim.

„Angesichts der stark rückläufigen Schüleranmeldezahlen an den Hauptschulen kommen wir an einer Schulneuorganisation nicht herum“, waren sich Bierwirth und Kaiser einig. Bierwirth ergänzte: „Selbst wenn wir als Alternative zur Sekundarschule nur die Hauptschulen zusammenlegen würden, hätten wir nur einige Jahre Aufschub gewonnen. Wegen des kontinuierlichen Schülerrückgangs wäre dies keine langfristige Lösung. Außerdem würden für die Hauptschüler lange Anfahrtswege entstehen.“

Bei der Diskussion erinnerte Anne Deimel daran, dass auch Gesamtschulen von Eltern geschätzt werden. „Im Vorjahr wechselte ein Sechstel der Bergheimer Grundschüler auf eine Gesamtschule, an der Karl-Wagenfeld-Schule war es ähnlich““, sagte Deimel.

Martin Schwarz

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