Grimmeschule will gemeinsame Oberstufe 9/10
10.02.2011 | 11:00 Uhr 2011-02-10T11:00:00+0100
Neheim.Der Montagmorgen gibt den Impuls für die Woche. Um 8 Uhr treffen sich alle 340 Schüler/-innen der Neheimer Grimme-Hauptschule für ein Viertelstündchen zu einer kleinen Schulversammlung.
Kinder führen etwas auf, tragen etwas vor oder stellen ihr Hobby vor. „Jeder kann hier den Anderen seine Stärken zeigen“, sagt Schulleiter Arnold Müller. Im Unterricht wird das Thema dann aufgegriffen.Stärke, stark sein und stark machen - das sind zentrale Begriffe der pädagogischen Arbeit an der Grimmeschule. Was im Präventionsprojekt „Stark gegen Gewalt“, bei dem die Schüler im Herbst ein Musical aufführten, seinen Höhepunkt fand, soll auch langfristig im Schulalltag und -programm wirken.
Die Grimmeschule Neheim hat momentan 340 Schüler in 15 Klassen.
25 Lehrer (inkl. Vertretungsreserven) kümmern sich um die Kinder und Jugendlichen - davon sind 16 Frauen.
Das Durchschnittsalter des Lehrpersonals ist 50 Jahre.
Die Schule arbeitet im Offenen Ganztag und bietet eine Übermittagbetreuung; montags bis donnerstags jeweils bis 15.15 Uhr inkl. Hausaufgabenbetreuung, Förderangebote Deutsch, Englisch und Mathe und pädagogische Betreuung. Verpflegung Menü oder Snacks.
Im Sommer 2010 erreichten je 20,73% der Entlassschüler den qualifizierten Abschluss (Gymnasium) und die Fachoberschulreife (mittl. Abschluss). 37,8% erlangten den Hauptschulabschluss nach dem 10. und 14,63% nach dem 9. Schuljahr.
Elternbeteiligung in Pflegschaftssitzungen, Schulkonferenz, Förderverein, bei Projekten und beim Kioskbetrieb.
„Wir wollen erziehen und bilden“, sagt Arnold Müller. Respekt, Achtung und ein gutes Miteinander seien der Anspruch der katholischen Bekenntnisschule. Dazu bei tragen Streitschlichter, in jeder Klasse erarbeitete Verhaltensregeln und auch ein überall aushängender Handlungsfaden in Fällen von Mobbing.
Für gutes Miteinander und innerschulische Solidarität stehen auch Projekte wie die Hausaufgabenbetreuung. Zehntklässler auf dem Weg zum 10B-Abschluss übernehmen diese Aufgabe im Rahmen der Übermittagbetreuung - sie helfen nicht nur Mitschülern, sondern stärken damit ihre eigene Sozialkompetenz.
Tugenden, die für den weiteren Berufsweg dringend benötigt werden. Frühzeitig will die Neheimer Grimmeschule den Kinder und Jugendlichen berufliche Orientierung geben. Dem ProB-Projekt ab Klasse 7 schließt sich in der Stufe 9 ein dreiwöchiges Praktikum an, die Zehntklässler absolvieren Langzeitpraktika, bei dem sie einmal über ein Schuljahr hinweg einmal wöchentlich in die Arbeitswelt hineinschauen. Sprechstunden von Arbeitsagentur und Kolping unterstützen den Findungsprozess der Schüler.
Immer geht es um Stärken und Talente, die nicht in Schubladen verkümmern sollen. In der Klasse 10 arbeiten die Abschlüsse A und B jetzt schon in einer Kombi-Klasse - spezialisiert wird nach Fähigkeiten und Neigungen. Für Arnold Müller ist das nur eine Vorstufe zum Konzept einer gemeinsamen Oberstufe der Stufen 9 und 10. „Daran arbeitet bei uns eine Steuergruppe, die das Konzept entwickeln soll“, erklärt Müller. In der gemeinsamen Oberstufe sollen die Schüler/-innen passgenau unterrichtet und gefördert werden im Hinblick auf ihren weiteren Werdegang. Je nachdem, ob die Schüler eine Ausbildung im kaufmännischen, technischen und handwerklichen Bereich oder einen weiteren Schulweg einschlagen, könnte nach Leistungsstärke differenziert unterrichtet und gefördert werden.
Die Anforderungen, die auf die Schüler warten sind hoch. „Bei der Wirtschaft manchmal sogar zu hoch“, meint Müller. Auch der Sprung aufs Gymnasium ist ein Kraftakt.
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