FSG auf Weg in eine Zukunft im Ganztag
10.02.2011 | 13:00 Uhr 2011-02-10T13:00:00+0100
Hüsten.Das System wächst, das Konzept reift. 257 Schülerinnen und Schüler werden derzeit in den Stufen 5 und 6 am Franz-Stock-Gymnasium im gebundenen Ganztag unterricht und betreut.
In drei Jahren soll es die komplette Sekundarstufe 1 sein. Das FSG will sich den Herausforderungen eines gesellschaftlichen Wandels stellen.
Das Franz-Stock-Gymnasium in Hüsten hat 1320 Schülerinnen und Schüler.
Unterrichtet werden sie von 115 Lehrer/-innen. In der Sekundarstufe I (bis Klasse 9) werden die Schüler jeweils einem Standort – entweder Gebäude des alten Graf-Gottfried-Gymnasiums im Rumbecker Holz oder FSG-Gebäude am Berliner Platz – zugeteilt.
Sämtliche Fachräume werden in beiden Schulgebäuden vorgehalten, so dass das Franz-Stock-Gymnasium auf 4 Physik-, 4 Chemie-, 4 Biologie, 4 Kunst-, 4 Computer- und 3 Musikräume kommt. Mitgenutzt wird auch das Kulturzentrum am Berliner Platz.
Die Stufen 5 und 6 werden schon jetzt im gebundenen Ganztag unterrichtet. Langfristig soll die ganze Sekundarstufe I in den gebundenen Ganztagsunterricht,
Für jede Stufe im gebundenen Ganztag erhält die Schule zusätzliche Lehrerstellenkontingente (je 20 %).
Eine Klasse pro Jahrgang lernt im bilingualen Profilzug mit zusätzlichem Englischunterricht und Fachunterricht in englischer Sprache.
Naturwissenschaftlich begabte Kinder können einen MINT-Zweig wählen und zusätzliche Module aus Mint-Fächern belegen. Die naturwissenschaftliche Ausrichtung wird im Differenzierungsbereich durch Fächerangebote fortgesetzt und spiegelt sich in AG’s wider. Sämtliche MINT-Fächer sind im Abitur wählbar.
„Es ist ein sehr spannender Prozess, der bei uns alle fordert“, sagt der 63-jährige Schulleiter Dr. Heinrich Blana, „da ziehen alle Kollegen mit“. Bei der gemeinsamen Schulentwicklung werden auch Eltern und Schüler mit eingebunden. „Alle experimentieren“, sagt Dr. Blana. Im Netzwerk „Ganz in“ tauscht sich das FSG mit 29 weiteren NRW-Schulen aus, die den Weg des gebundenen Ganztags im Gymnasium gehen.
Im zweiten Jahr wird das Konzept am FSG umgesetzt. Profitieren sollen aber nicht nur die neuen gebundenen Ganztagsschüler, sondern auch die älteren Jahrgänge – zum Beispiel bei Hausaufgabenbetreuung, Vertiefungskursen, dem Projekt „Schüler helfen Schülern“ oder bei AG-Kursen. „Wir wollen die G8-Stunden nicht nur verwalten, sondern mit einem Förderkonzept und pädagogischen Inhalten ausfüllen“, sagt der Schulleiter, „wir wollen auch außerhalb der Schulfächer Lernanreize geben.“
Noch gilt es, Jahr für Jahr das Konzept fortzschreiben, um den Ganztag auf die Herausforderungen der jeweiligen Altersklasse maßzuschneidern und umgekehrt bestehende etablierte Angebote in den Ganztag einzubinden. Zugleich muss bilanziert werdem, was die getroffenen Maßnahmen und Angebote in den Stufen 5 und 6 bislang gebracht haben. Was muss verbessert, was beibehalten und was gegebenenfalls auch gestrichen werden.
Das Franz-Stock-Gymnasium lernt mit. Die Resonanz auf Kernstücke des gebundenen Ganztags (einziger im HSK) wie zusätzliche Lernzeiten oder Studienunterricht in Mathe, Deutsch und Englisch mit zwei Fachlehrern oder Werkstatt-Unterricht im musisch-kreativen oder sportlichen Bereich ist bislang gut. Es wurden bereits Umfragen bei Kindern und Eltern der Stufen 5 und 6 vorgenommen. Verschiedene Arbeitsgruppen, zusammengesetzt aus Lehrern, Eltern und Schülern, stellen Bausteine des gebundenen Ganztags auf den Prüfstand.
Das Ganze ist ein Kraftakt. Eine Schule mit 1320 Schülern und 115 Lehrkräften ist im Umbruch. Für Dr. Blana gibt es keine Alternative. „Der Ganztag ist nötig, um eine ganzheitliche Förderung zu gewährleisten“, sagt der Pädagoge. Das beginnt bei den fachlichen Förderungen und setzt sich fort bei Angeboten zur Ausbildung von kreativen und sportlichen Fähigkeiten sowie Sozialkompetenzen. „Es geht darum, die Ganztagsschule als Teil der Gesellschaft zu verstehen“, sagt Dr. Heinrich Blana,
Im flexiblen Ganztag sind die Schüler maximal bis 15.45 Uhr an der Schule – nicht alle Tage müssen lange Tage sein. Bis in den Nachmittag ist aber eine Betreuung möglich. Die neue Mensa und die Cafeterien in den beiden Schulgebäuden garantieren die Verpflegung. Wann ist Feierabend? „Hausaufgaben soll es nicht mehr geben“, fordert Dr. Blana. Das erfordere auch Umdenken bei den Lehrern. Lernaufgaben müssten aber auch Ganztagsschüler künftig mit nach Hause nehmen.
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