Die Heinzelmännchen von Amecke
02.04.2010 | 12:29 Uhr 2010-04-02T12:29:00+0200
Amecke. Lothar Willecke ist konzentriert bei der Sache. Er kniet im Springbrunnen von Amecke – einem Blickfang, dem die Puste ausgegangen war. Doch dann kamen die Heinzelmännchen von Amecke: die Saubermänner.
Fast fünf Jahre gibt es die Truppe nun schon. In einigen Wochen wird das gefeiert. Jeden ersten Donnerstag im Monat schwärmen 22 Rentner aus, um für Sauberkeit im Dorf Amecke zu sorgen. Blumenkästen verschönern, Bänke reparieren, Dreck wegfegen, Tretbecken säubern: Die Saubermänner sind sich für nichts zu schade.
Da wird auch mal ein weggeworfenes komplettes Badezimmer dorthin gebracht, wo es hingehört – in den Müll. Wo der Schuh in Amecke drückt, wussten die Senioren bereits vor Jahren. „Mich hat das so sehr gestört, dass sich manche Menschen an der Sorpe unbeobachtet fühlen und einfach ihren Dreck in die Gegend werfen“, erzählt Siegfried Löppenberg, der die Saubermänner 2005 gründete. Dieser drückende Schuh - der Dreck - musste weg.
Von Tür zu Tür
Siegfried Löppenberg ging von Tür zu Tür und bat um Hilfe. Schnell war eine engagierte Truppe zusammengetrommelt, die loslegte. Dass die Saubermänner fünf Jahre später eine Institution in Amecke sein würden, hätte 2005 niemand geglaubt. Als das Wo-drückt-der-Schuh-Team vor Ort in Amecke danach fragte, wo der Schuh drückt, kamen viele Probleme auf den Tisch. Doch in einem Punkt waren sich alle einig. „Nicht nur meckern, sondern betonen, was gut ist.“ Das Stichwort „Saubermänner“ war da unvermeidlich. Nicht umsonst gab es den RWE-Klimaschutzpreis für die Saubermänner.
Wenn die 22 Rentner sich durch den Dreck am Sorpeufer schlagen, bleiben Spaziergänger immer wieder staunend stehen. „So etwas müsste es in Sundern auch geben“, sagt Ilse Schlegel aus Sundern. „Es ist toll, dass die Männer das ehrenamtlich machen.“
Auf den Springbrunnen des Dorfes sind die Saubermänner besonders stolz. Dank vieler Sponsoren konnten neue Pumpen eingebaut, die Edelstahlaufnahme erneuert und der Boden gestrichen werden. Die Saubermänner stoppten den Verfall und machten aus dem Brunnen wieder einen Blickfang mit Licht- und Wasserspielen.
Alles ist sauber
Klaus Hesse und Hubert Liste sind mit Feuereifer bei der Sache. Als Siegfried Löppenberg sie ansprach, war direkt klar: „Da machen wir mit“. Und jeden Tag freuen sie sich, wenn sie spazieren gehen und alles ist sauber. Mal hier und da ein weggeworfenes Taschentuch zu beseitigen, ist für Saubermänner Ehrensache. Saubermann ist man eben nicht nur einen Tag im Monat, sondern 24 Stunden am Tag. „Wir machen das ja nicht für uns, sondern für Amecke.“
Und der schönste Dank kommt prompt, wenn die Ameckerin Brigitte Fenne mit ihren Kindern an der Sorpe vorbei geht und ein Sprössling ruft: „Guck mal, das sind die Männer, die alles ganz schön sauber machen“. Vielleicht wird er in einigen Jahrzehnten selbst ein Saubermann sein.
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Super Truppe die Jungens
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