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Das Mariengymnasium und die Transparenz

11.02.2011 | 15:00 Uhr
Das Mariengymnasium und die Transparenz

Arnsberg.Die Architektur der Schule ist im Wandel. Im Mariengymnasium Arnsberg präsentiert sich das große, mit Emporen umgebene Foyer als ein Marktplatz des Lernens. „Das Foyer ist unser pädagogisches Zentrum geworden“, sagt Schulleiterin Annemarie Ostermann-Fette.

Der Ort, an dem Jahrgangsecken eingerichtet wurden, Veranstaltungen durchgeführt und Arbeitsergebnisse aller Schüler präsentiert werden und musiziert und Theater gespielt wird, ist nur ein Beleg für den Wandel von Schule und ihrer Bauweise. Transparenz und Offenheit werden zum Schulprogramm. Das Lehrerzimmer des Mariengymnasiums wird nur durch eine Glastür verschlossen. „Das soll unsere Ansprechbarkeit ausdrücken“, sagt die Schulleiterin.

Fakten
Mariengymnasium

Das Mariengymnasium wird von 632 Schülern besucht. 50 Lehrer (Durchschnittsalter 46 Jahre) - darunter 28 Frauen.

Im Schuljahr werden 2-3 neue Klassen mit ca. 30 Schülern aufgenommen. Jährlich werden rund 70 Abiturienten entlassen.

Unterrichtet wird in drei zusammenhängenden Gebäudeteilen (Alt-, Neu- und Zwischenbau). Fachräume für Biologie, Physik, Musik, Chemie, Kunst und Informatik.

Wirtschafts-Englisch-Kurs in Kooperation mit IHK Arnsberg mit Prüfung zum Fremdsprachenkorrespondent.

Sportunterricht in zwei eigenen Sporthallen sowie im NASS und Sportplatz Eichholz.

Übermittag im Offenen Ganztag mit Hausaufgabenbetreuung und Tutorien.

Rund 15 AG’s mit 150 Schülern im Nachmittagsprogramm (Sprachen, Naturwissenschaften, Musik, Sport, Theater etc.).

Sozialpraktikum in Stufe 9 in sozial-karitativer Einrichtung.

Schuleigene Cafeteria mit 110 Plätzen und Außenterrasse bietet Snacks und Mittagessen.

Berufs- und Studienvorbereitung u.a. durch Berufspraktika, Beratung und Bewerbungstraining.

Anmeldung für 2011/12 vom 14. bis 16. Februar jeweils von 8 bis 12 und 14 bis 18 Uhr.

Und die ist Teil des Konzepts, das die Schulleiterin „individuelle Förderung mit Herz und Verstand“ nennt. Die vom Erzbistum Paderborn getragenen Schule, die sich gerade auf den Weg macht, das Gütesiegel für individuelle Förderung zu erhalten, will Lernziele und Erwartung sichtbar machen. Dazu tragen sowohl Lernhinweise für die Schüler vor Klausuren und Arbeiten als auch Rückmeldebögen nach der Bewertung bei. „Wir suchen schließlich die Kompetenzen und nicht die Fehler der Schüler“, sagt Annemarie Ostermann-Fette. Hilfestellung sei immer noch die beste individuelle Förderung. Hier spiegele sich auch der christliche Anspruch einer Einrichtung wider, die sich als „schulpastoraler Raum“ definiert.

Die neuen Anforderungen an Schule mit Nachmittagsunterricht und Förderstunden haben nicht nur Auswirkungen auf die Räume der Schüler. Selbstlernzentren, Aufenthaltsräume und Cafeteria decken noch nicht die neuen Raumbedürfnisse der Pädagogen ab. „Die Präsenz der Lehrer an Schulen wird länger“, weiß die Schulleiterin. Es werden auch Orte gebraucht, an denen sich Lehrer zurückziehen können. „Das müssen wir für die Zukunft überdenken“, sagt Annemarie Ostermann-Fette, „das ist ein noch nicht zur Zufriedenheit bearbeitetes Feld“. Viele Lösungen mussten bislang aus der Praxis heraus gesucht werden.

Lange Schultage, hohe Anforderungen - das betrifft sowohl Schüler als auch Lehrer. Das gemeinsame Essen von Lehrern und Kindern in der Cafeteria trägt zur Vertrautheit bei und beschert Vertrauen. Auch das eine wichtige Voraussetzung für das Lernen.

Schüler brauchen Auszeiten vom fachbezogenen Unterricht. Projekte wie die Mäuse-AG können hilfreich sein. Zwölf Kinder aus den Klassen 5 und 6 kümmern sich täglich um acht Farbmäuse. „Die Kinder kennen jede mit Namen“, sagt die zuständige Biologie-Lehrerin Ingrid Springer. Bei der Pflege sei Zuverlässigkeit, Verantwortung und Teamfähigkeit gefragt.

Schulleiterin Annemarie Ostermann-Fette sieht auch im Umgang mit Haustieren einen pädagogischen Baustein. Sie träumt noch vom Schulhund im Mariengymnasium. Auf den Anbau einer Hunde-Hütte käme es bei der neuen Architektur von Schule auch nicht mehr an....

Martin Haselhorst

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