Schützenbruder mit Leib und Seele

Die lange Reihe der Gratulanten wird immer länger.Um 9.30 Uhr, nach 42-minütigem, heißem Kampf, hat Florian Görlich mit dem 113. Schuss das letzte Teilchen des Aars aus dem Kugelfang geholt – und lässt sich feiern.
Die lange Reihe der Gratulanten wird immer länger.Um 9.30 Uhr, nach 42-minütigem, heißem Kampf, hat Florian Görlich mit dem 113. Schuss das letzte Teilchen des Aars aus dem Kugelfang geholt – und lässt sich feiern.
Foto: WP

Sundern..  „Bin ich’s oder bin ich’s nicht?“ Fragend blickt Fabian Blome in die Runde. Er hatte gerade den 171. Schuss abgegeben und den Jungschützenvogel MacFly aus dem Kugelfang geholt, war sich nach diesem spannenden Wettkampf aber nicht sicher, ob dort oben nicht doch noch ein Fetzen an der Schraube hing.

„Die machen Streichhölzer aus dem Vieh“, raunte es vorab schon durchs Schützenvolk. In immer kleinere Stücke wurde MacFly zerlegt – bis das besagte, etwas größere Stück fiel. Alle Ferngläser und Kameras wurden auf den Kugelfang gerichtet. Dann die erlösende Nachricht durch Moderator An­dreas Siebert „Es hängt wirklich nichts mehr – Fabian Blome ist neuer Jungschützenkönig!“

Großer Jubel brach aus. Vorab hatte Fabian Blome schon, in diesem wahren Ansturm auf den Aar durch die Jungschützen, den Apfel geholt, Fabian Kuhlmann sicherte sich die Krone und Kevin Lübke das Zepter.

Ehrenschüsse

„Wir haben da mal was vorbereitet!“ schmunzelte Andreas Sie­bert zu Beginn des Königsschießens und bat zu den Ehrenschüssen. Zu Präses Michael Schmitt gesellte sich im Jahr seines diamantenen Priesterjubiläums der geistliche Rat Gottfried Springmann. Danach schossen König Marc Lübke, Bürgermeister Detlef Lins und Ortsvorsteher Hans-Jürgen Schauerte, der sich die Krone holte.

So enthauptet, musste „Feuervogel“ von da an Kugel um Kugel einstecken. Auch ehemalige Jungschützen hielten sich nicht zurück und traten, mit weiteren Aspiranten auf die Insignien, immer wieder ans Gewehr. Darunter Florian Görlich, der sich, mit 26 Jahren den Jungschützen entwachsen, als begeisterter Schützenbruder gleich in den erweiterten Vorstand der 1. Kompanie wählen ließ.

Und er wollte eindeutig noch mehr. Es war kaum Zeit, den Rauch der Gewehre abziehen zu lassen, schon wurde eine neue Patrone in den Lauf gesteckt und abgedrückt.

Andreas Biggeleben schoss den Apfel, das Zepter holte sich Maximilian Rolfes. Erst als um 9.23 Uhr der Aar gefährlich zur Seite kippte, ließ der Ansturm nach. Florian Görlich blieb aber nicht allein. Auch Uwe Schmidt wollte den Vogel. Im Einzelfeuer wurde dieser von den zwei Aspiranten nun zu Kleinholz verarbeitet. Um 9.30 Uhr, nach 42-minütigem, heißem Kampf, segelte mit dem 113. Schuss aus Florian Görlichs Hand das letzte Teilchen des Aars aus dem Kugelfang.

Freundin Laura ausgewählt

Florian Görlich ist seit seiner Jugend Schützenbruder mit Leib und Seele. Er krönte sein erstes Jahr im Vorstand gleich mit der Königswürde. Der Maschinenbauingenieur arbeitet bei der Firma HST Systemtechnik in Meschede. Zur Königin wählte er seine Freundin Laura Falke (19), die in diesem Jahr ihr Abi geschafft hat und nun eine Ausbildung zur Industriekauffrau macht.