Sauerländer Käsemarkt zeigt Käse als Lebensgefühl

Organisatoren des Hüstener Käsemarktes.
Organisatoren des Hüstener Käsemarktes.
Foto: Martin Haselhorst
Was wir bereits wissen
Der Hüstener Käsemarkt setzt auf Vertrautheit undverlässliche Direktvermarkter. Größenwahn aller Art machen die Organisatoren daher nicht mit. Der Markt muss weder „Street Food“ heißen noch aufgebläht werden.

Hüsten.. Käseprobe im Herzen Hüstens: An der Heinrich-Lübke-Straße stehen die Organisatoren des 15. Internationalen Sauerländer Käsemarktes und tauchen kleine Würfel des „Hüstener Käses“ abwechselnd in Erdbeerkonfitüre und scharfen Feigensenf ein. „Das sieht aber lecker aus!“, schwärmt eine vorbeihuschende Passantin. Und so soll es auch in drei Wochen sein: Am 21. und 22. März werden auf dem Hüstener Markt rund 250 verschiedene Käsesorten präsentiert und angeboten.

Schwerpunktthema in diesem Jahr: Käse und Senf als ideale Kombination. Und das kann niemand besser erklären als Rupert Schulte vom Verkehrs- und Gewerbeverein Hüsten. „Mit leckerem Käse, einem Schälchen Marmelade und Senf sowie einem guten Wein auf dem Sofa zu sitzen, das ist klasse!“, schwärmt er. Käse ist ein Lebensgefühl. Und damit die Besucher des Käsemarktes diese Emotion der lukullischen Gemütlichkeit nachempfinden können, werden entsprechende Stände auch in Hüsten aufgebaut.

Weiteste Anreise aus Villach

Rund 30 Händler werden auf dem Markt ihre Stände aufbauen. Es handelt sich um Direktvermarkter aus der weiteren Region, aus ganz Deutschland, Belgien, Frankreich, Niederlande, Österreich, Schweiz und Italien. Die weiteste Anreise dürfte ein Händler aus Villach haben. „Das Potenzial des Hüstener Käsemarktes wird geschätzt“, freut sich Rupert Schulte. Und trotzdem ist nicht an eine Ausweitung des Marktes gedacht: Mehr Händler bräuchten noch mehr Besucher. Die Gefahr wäre dann zu groß, dass sich ein unwesentlich erhöhter Umsatz auf zu viele Händler verteilt. Der Besuch des Käsemarktes, so die Philosophie des Verkehrs- und Gewerbevereins Hüsten, solle sich aber sowohl für den Besucher als auch für die Aussteller lohnen. Dafür muss die Balance stimmen. Stolz sind die Hüstener darauf, dass zu ihrem Markt die Direktvermarkter aus den Käsereien noch höchstpersönlich kommen und nicht anonyme Verkaufsteams auf die lange Reise schicken.

Größenwahn ist keine sauerländer Tugend. Deshalb bleibt der Käsemarkt auch Käsemarkt. In anderen Städten werden Veranstaltungen dieser Art sprachlich modernisiert. Von „Street Food“ ist dann die Rede. „Das machen wir nicht mit“, sagt Rupert Schulte, „wir lassen Street Food in Köln und Berlin“. Der Sauerländer versteht auch Käse, Wein, Konfitüre und Senf. „Unser Markt ist modern“, so die Veranstalter, „da brauchen wir solche Trends nicht mitmachen“.

Service für den Kunden ist wichtiger: Zahlreiche kostenlose Parkplätze (vor allem auf der Riggenweide) sind da gute Argumente. Geplant ist auch eine Servicestation für Fahrräder und E-Bikes. „Umweltfreundliche Anreise passt doch prima zu unserem Markt mit gesunden Produkten“, so Schulte.