Raubserie in Arnsberg endet mit hohen Haftstrafen für Täter

Die Handschellen klicken: Arnsberger Räuber müssen für einige Jahre ins Gefängnis.
Die Handschellen klicken: Arnsberger Räuber müssen für einige Jahre ins Gefängnis.
Foto: imago stock&people imago
Was wir bereits wissen
Landgericht Arnsberg hat zwei Räuber zu sechseinhalb und knapp acht Jahren Gefängnis verurteilt. Beide entschuldigten sich für ihre Vergehen.

Arnsberg.. Sieben Überfälle in sechs Wochen – eine Raubserie, die die Menschen in Arnsberg und Umgebung im Herbst 2014 in Angst und Schrecken versetzte. Jetzt wurden zwei Täter vom Landgericht Arnsberg wegen schwerer räuberischer Erpressung und schweren Raubes auf eine Tankstelle, unterschiedliche Geschäfte und einen Taxifahrer zu Freiheitsstrafen verurteilt.

Kriminalität Der Angeklagte L. zeigte sich während der vier Verhandlungstage durchweg geständig . Er habe, so das Gericht, zu keinem Zeitpunkt falsche Angaben gemacht und zeigte auch gegenüber seinen Opfern Reue. Verurteilt wurde er wegen drei schwerwiegender Taten: ein Überfall auf einen Taxifahrer, auf eine ­Bäckerei in Fröndenberg und eine Tankstelle am Herdringer Weg in Arnsberg. Aus den Einzelstrafen ergab sich für ihn eine Gesamtfreiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren.

Der Beschuldigte W. hingegen gab erst am Tag der Urteilsverkündigung weitere Taten zu – somit kam er am Ende auf insgesamt fünf ihm anzurechnende Straftaten: Überfall auf einen Taxifahrer, eine Bäckerei in Neheim, einen Kiosk im Rusch und in zwei Fällen auf die Tankstelle am Herdringer Weg. Daraus resultiert für ihn eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren und acht Monaten.

Vorwegvollzug in einer Entziehungsanstalt

Das Gericht hat außerdem für beide einen Vorwegvollzug in einer Entziehungsanstalt angeordnet, da beide massive Probleme mit Rausch­mitteln haben. „Die Angeklagten befinden sich in einem Teufelskreis“, so der Vorsitzende Richter Klaus Peter Teipel. Um an Geld für Drogen zu kommen, begehen sie immer weitere Straftaten. Erst ein Leben ohne Rauschmittel könne Hoffnung auf ein bessere Zukunft geben.

Gericht Anders als die Strafverteidiger sah das Gericht zu keinem Zeitpunkt einen „Minderschweren Fall“. Es seien keine Spontanaktionen gewesen. Aufgrund des Suchtdrucks, den beide Angeklagten tagtäglich verspüren, seien sie straffällig geworden. Die Opfer erlitten zum Teil großen seelischen Schaden. Manche von ihnen können deswegen nicht einmal mehr zurück an ihren Arbeitsplatz – aus Angst vor weiterem Überfällen.

Entschuldigungen der reuigen Täter

Kurz vor der Urteilsverkündung sagte M.: „Ich möchte mich vielmals entschuldigen. Die Zeit kann ich leider nicht zurück drehen, aber ich kann mein Leben ändern, ich möchte mich um meine Kinder ­kümmern.“ Und auch L. entschuldigte sich ein weiteres Mal und sagte, dass „so etwas nie wieder vor­kommen wird“.