Prickelnde Begeisterung

Jubiläum Poesiepfad
Jubiläum Poesiepfad
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Prosecco-Prickeln im Mühlbachtal! Gut 90 Lyrikfreunde feierten zum Sommeranfang ein Fest der Poesie zum zehnjährigen Bestehen des Rumbekcer Poesiepfades.

Rumbeck..  Prosecco-Prickeln im Mühlbachtal! Gut 90 Lyrikfreunde feierten zum Sommeranfang ein Fest der Poesie. Anlass: Der beliebte Gedicht-Wanderweg wird 10 Jahre alt. „Vor 10 Jahren noch ein Geheimnis, gibt es heute hier unter Ihnen wohl kaum jemanden, der nicht weiß, was der Poesiepfad ist“, erinnert Initiator Förster Wolfram Blanke an die Anfänge des so beliebten Ausflugs- und Erholungsziels. „Damals standen nur die Pfähle hier im Wald. Noch keine Tafeln und keine Texte. Die Leute fragten sich, was daraus wohl werden sollte. Ernst Hermes hat sie gerne ein wenig verschaukelt. In ihm hatte ich sofort einen Verbündeten für die Idee. Er zimmerte aus Eichenholz im Keller die Texttafeln zusammen.“

Um die kümmert sich der 82-Jährige auch heute noch, repariert und streicht sie immer wieder frisch. Zum Wald hat der Rumbecker, der selbst im Mühlbachtal lebt, eine besonders enge Beziehung. Und es gibt ein Gedicht von Georg Graf zu Münster, die diese wie kein anderes ausdrückt: „Die Kirche der Natur: Es ist der Wald wie eine Kirche, drum geh mit Andacht dort hinein. Die Vögel singen frohe Lieder, Du bist mit Deinem Gott allein. Es steh’n die Tore allseits offen zu diesem Dom im duft’gen Hain, kannst weinen, beten dort und hoffen, und auch vergessen - tritt nur ein!“

Schon 41 Ausgaben

Genau dazu möchte der Poesiepfad nun schon seit einem Jahrzehnt einladen: In der Natur des Waldes, der Stille und der Poesie wieder zu sich zu finden und vielleicht zu entdecken, dass die eigene Seele mit der weiten Seele der Natur verbunden ist. Ein Geheimnis, um das auch die Meister der Lyrik, deren Werke die nun bereits 41 Ausgaben des Poesiepfads zieren, immer wieder rangen. Ihre Gedichte sind Wegweiser, freundliche Begleiter und machen Mut, stehen zu bleiben und inne zu halten. Und in ihrer Vielfalt ist es manchmal ein kleines Wort, dem es gelingt, sich in das Herz des Besuchers einzuschleichen, ein Zauberwort, das die Tür zum Innern öffnet.

„Wenn man sich einlässt auf den Wald, wenn man sich bewusst ist der Kleinigkeiten am Wegrand und dem, was in der Luft ist, kann dieses Gefühl des heil seins entstehen“, sagt Rosemarie Goldner, stellv. Bürgermeisterin und dankte allen, insbesondere Wolfram Blanke, für das Engagement der vergangenen Jahre für diesen einmaligen Weg. „Hoffen wir, dass es uns gelingt, in aller Hektik, die uns im Alltag manchmal befällt, loszulassen und einzulassen.“

Das fiel am Geburtstagsfest spielerisch leicht. Das Arnsberger Saxophon-Trio läutete den Sommeranfang mit „Summertime“ von George Gershwin ein. Rita Pogarell, Lukas Alex und Mona Bruhn begleiteten den 41. Poesiepfad auf musikalische Weise. Thematisch ist die Jubiläumsausgabe dem Wetter gewidmet. Denn bei der Eröffnung vor zehn Jahren überraschte die Teilnehmer ein richtiges Sommergewitter. In diesem Jahr war - wie um den Wettergott gütig zu stimmen - ein Regenschirm bei vielen der Begleiter und der Rundweg führte zum Geburtstag einfach einmal links statt wie gewohnt rechts herum. Unterwegs blieb es trocken, doch in der Fantasie umwölkten Nebel die Lyrikgefährten auf ihrem Weg, zogen brodelnde Gewitterwolken auf, wälzte Helios’ Flammenrad durchs Tal. Das Wetter beeinflusst unsere Stimmung und ist gleichzeitig Symbol für unsere Befindlichkeit.

Imbiss an der Vogelwiese

„Da hockt man nun in seiner Regentonne und findet niemals die ersehnte Ruh. Man sitzt und wartet, wartet auf die Sonne - und wenn sie da ist, zieht man die Gardinen zu“, schrieb Fred Endrikat. Vorgetragen wurden die Gedichte ausdrucksstark von Jutta Juchmann, Johannes Kiczka und Jutta Weiser. Zwischen hohen Bäumen und Holunderduft ließen sich die Geburtstagsgäste von Lyrik, Saxophonklängen und einem Gläschen Prosecco berauschen. Zum Abschluss der gelungenen Feier gab es für alle noch einen kleinen Imbiss auf der Vogelwiese.