Presbyterium in der Kritik

Mit großem Interesse verfolgten die Gemeindemitglieder am Sonntagnachmittag die Diskussion zum geplanten Neubau des evangelischen Gemeindehauses an der Neheimer Christuskirche.
Mit großem Interesse verfolgten die Gemeindemitglieder am Sonntagnachmittag die Diskussion zum geplanten Neubau des evangelischen Gemeindehauses an der Neheimer Christuskirche.
Foto: WP

Neheim..  „Verweigerte Basisdemokratie“. „Es zerreißt jetzt vielen Gemeindemitgliedern das Herz“. „Kein zweites Limburg“. Das waren in den vergangenen Monaten nur einige Titel von Leserbriefen, die zum geplanten Neubau eines Gemeindehauses der Ev. Kirchengemeinde Neheim, das neben der 152 Jahre alten Christuskirche an der Burgstraße errichtet werden soll, Stellung bezogen. Am Sonntagnachmittag ging es in einer Diskussion noch einmal hoch her.

In der mehr als zwei Stunden dauernden Informationsveranstaltung hatte das Presbyterium am Sonntag über die aktuelle Entwicklung, die Entwurfsplanungen zum neuen Gemeindehaus und über die Finanzierung berichtet. Es war eine mehr als emotional geladene Atmosphäre, insbesondere während der jeweiligen Aussprachen zu den Tagesordnungspunkten. Die Moderation hatte Pfarrer Peter Sinn vom Kirchenkreis Arnsberg übernommen.

Um es vorweg zu nehmen: Dem Presbyterium der Kirchengemeinde wurde mehrfach massive Geheimniskrämerei, fehlende Information und Nichteinbindung der Gemeinde vorgeworfen - bis hin zu der Aufforderung, zurückzutreten. Die Stimmung in der Gemeinde wurde auch als katastrophal bezeichnet. Durch den Verkauf des alten Gemeindehauses am Fresekenweg sei die Öffentlichkeit völlig überrascht worden.

Rund 300.000 Euro soll der Verkauf eingebracht haben, auf 730.000 Euro wurden die Neubau-Kosten veranschlagt, u.a. mit Baunebenkosten, Honoraren und Einrichtung. Zur Finanzierung machte Herr Gobert (Kirchenkreis) folgende Angaben: 580.000 Euro werden aus Eigenmittel der Kirchengemeinde aufgebracht, 150.000 Euro finanziert der Kirchenkreis Arnsberg vor, die in zehn Raten von 15.000 Euro - zinslos - zurückzuzahlen sind.

Pfarrer Dr. Udo Arnoldi und Presbyteriumsmitglied Architekt Klaus Dieterle als Leiter des Bauausschusses versicherten mehrfach, dass das Genehmigungsverfahren zum neuen Gemeindehaus sowohl von Kirchenkreis, Landeskirche und Denkmalbehörde mitgetragen wurde und die Baugenehmigung bereits am 11. Februar erfolgte. Schon im April soll mit den Bauarbeiten begonnen werden.

Arnoldi verweigert Annahme

Bertram Brökelmann, erklärter Gegner der Neubaumaßnahme, und dessen Rechtsbeistand Michael Brüne machten gegen Schluss der Veranstaltung ein versöhnliches „Friedensangebot“: Man solle freiwillig auf die Baugenehmigung verzichten und noch einmal das gemeinsame Gespräch suchen, eventuell unter erneuter Hinzuziehung eines Gutachtens.

Pfarrer Arnoldi verweigerte zwar die Annahme des schriftlichen „Friedensangebotes“, doch Superintendent Hamer nahm es schließlich in Empfang. Fazit: Es wird sicher noch eine Weile dauern, bis wieder Ruhe eingekehrt ist in der Kirchengemeinde.