Postangestellte aus Hamm wegen Unterschlagung verurteilt

Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Im März und April 2012 wurden 50 Briefe geöffnet und in zehn Fällen Geld entnommen. Jetzt stand die Hammerin in Werl vor Gericht. Geschädigte kamen durchweg aus Sundern.

Sundern/Werl..  Sie hatte wohl gehofft, dass ihre Opfer schweigen. Doch damit hatte sich eine jetzt 62-Jährige aus Hamm getäuscht: Im vergangenen März zeigte der Langscheider Wolfgang Moschek den Verlust von mehreren Trauerbriefen an. Da der Rentner damals wusste, dass ihm mehrere Menschen zum Tode seiner Ehefrau auch Geld per Post geschickt hatten, hakte er nach. Und informierte unsere Zeitung. Nach der Veröffentlichung am 16. März erreichte Polizei und Redaktion eine ganze Welle von Informationen. Interessanterweise betrafen fast alle den Raum Sundern und Langscheid. Das war ein Ansatzpunkt für die internen Ermittler der Deutschen Post. So verdichtete sich im April dann alles auf einen Täter im Briefverteilerzentrum in Werl.

Die ermittelte Angestellte stand jetzt in Werl vor dem Amtsgericht. Ihr wurden 50 Verletzungen des Briefgeheimnisses vorgeworfen, davon zehn Fälle in Tateinheit mit Unterschlagung. Dabei ging es um eine Summe von 140 Euro. Die damalige Postangestellte nahm die Brief zunächst mit heim, wo sie sie dann öffnete. Jetzt entschuldigte sie sich auch bei den Betroffenen. Das Gericht unter Vorsitz von Richterin Jadaitis verurteilte die Frau zu vier Monaten Haft auf Bewährung sowie zu 800 Euro Geldstrafe.