Politiker treten kräftig die Pedale
12.08.2007 | 12:48 Uhr 2007-08-12T12:48:34+0200Arnsberg. (th-) Tour de Ruhr. Über den Radweg von Freienohl bis Haus Füchten. So nahmen Mitglieder des Planungsausschusses der Stadt Arnsberg am Samstag diesen Abschnitt unter die Reifen. So ließen sie ihre strammen Waden walten: Vom Ausschussvorsitzende
Großes Thema war selbstverständlich der Verlauf des touristisch so erfolgreichen Radweges, auch durch das Stadtgebiet Arnsbergs. Gleichwohl sind mancherorts Verbesserungen vonnöten. Fachleute sprechen von "Optimierung". Das gilt besonders für die Anbindung der Stadtteile an den Radweg, etwa vom Eichholz und dem Alten Feld aus Richtung Altstadt. Auch der Verlauf des Weges bei Oeventrop Richtung Kaiser-Wilhelm-Brücke ist verbesserungswürdig.
Lösungen zeichnen sich an mehreren Stellen ab. So an der Hammerweide, wo der Radweg demnächst nicht mehr an der B 7 entlang Richtung Niedereimer geführt werden soll, sondern auf der Südseite der Ruhr und dort am Obergraben entlang. Radfahrer müssten die Straße nicht mehr kreuzen und hätten freien Blick in die Ruhrauen - damit der Weg seinem Namen auch gerecht wird. Ab Bruchhausen soll er sich fortsetzen Richtung Hüsten, sowohl zur Ortsmitte hin, aber auch mit einem Querverweis zum Freizeitbad NASS. Die Pläne sind freilich nur zu verwirklichen, wenn die Verhandlungen mit einigen Grundstückseigentümern positiv verlaufen. Die Stadt, so Planer Thomas Vielhaber, ist da recht optimistisch.
Ein besonderes Thema ist der Radweg am Rathaus der Stadt vorbei. Dort ist er identisch mit der Fahrstraße zu den Autoparkplätzen. Ziel der Stadt sei, so Vielhaber, den Autoverkehr von der Autobahnauf- und Abfahrt bzw. Stembergstraße aufs Rathaus zu an die Autobahnseite zu verlegen und die bisherige Zufahrt den Radlern zu überlassen. Auch eine überdachte Fahrrad-Station soll am Rathaus errichtet werden - und das schon in Kürze.
Große Veränderungen stehen entlang der Ruhr im Neheimer Binnerfeld an. Dort wird, erläuterte Dr. Gotthard Scheja, mehr Platz für den Fluss geschaffen. Weil hier die Ruhr das meiste Wasser im Stadtgebiet führt, ist eine Verbreiterung bzw. Renaturierung der Uferzone zwischen Kanustrecke am ehemaligen Trauring bis in Ohl erforderlich. Die Denz-Brücke wird zum Binnerfeld hin so verlängert, dass der Auf- und Abgang eine geringere Neigung als jetzt erhält. Der Radweg wird entsprechend verschwenkt. Gebaut wird in drei Abschnitten, berichtete Dr. Scheja. Die Finanzierung ist offenbar gesichert, zumal die Arnsberger Bezirksregierung das Projekt befürwortet hat.
Es war in informativer Nachmittag, der den Kommunalpolitikern der im Stadtrat vertretenen Fraktionen gewiss helfen wird, gute und sachgerechte Entscheidungen zu treffen. Unterwegs wurde häufiger angehalten - nicht um Pause zu machen, sondern um sich Pläne erklären zu lassen. Vor allem haben sie Ansichten der Stadt genießen können, die im Alltagsleben meist verborgen bleiben. Und überhaupt: Auf dem Rad kann Kommunalpoltik auch sehr gesund sein.

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