„Paukenschlag“ gleich zum Auftakt

Beim Weihnachtskonzert in Heilig Kreuz überzeugten auch die jüngsten Sänger.
Beim Weihnachtskonzert in Heilig Kreuz überzeugten auch die jüngsten Sänger.
Foto: WP

Arnsberg..  Das Eröffnungskonzert im Jubiläumsjahr „60 Jahre Kirchenchor Heilig Kreuz Arnsberg“, das den Reigen der Weihnachtskonzerte im heimischen Raum abschloss, kam einem Paukenschlag gleich.

Damit sei auf das berühmte Weihnachtsoratorium von J. S. Bach angespielt, das mit Paukenschlägen beginnt. Jetzt war es das Weihnachtsoratorium „Und du, Bethlehem“ von Michael Schmoll, das am vergangenen Sonntag in der übervollen Kreuzkirche zu einem besonderen, Akzent setzenden Musikereignis wurde.

Auftragskomposition

Als Auftragskomposition und auf Initiative des Leiters des Kreuz-Chores, Joachim Walter, komponierte Michael Schmoll, langjähriger Landes-Chorleiter und Pro­fessor an der Hochschule Osnabrück, die Weihnachtsgeschichte „Und du, Betlehem“ in einer ­Fassung für gemischten Chor, Projektchor, Kinderchor und Instrumente. Der Hausherr, Pastor Thomas Siepe, freute sich, unter den Zuhörern auch den Komponisten begrüßen zu können. Jochen ­Walter konnte aus Krankheitsgründen das Konzert selbst nicht leiten und hatte Angelika Ritt-Appelhans gebeten, die Gesamtleitung zu übernehmen.

Diese Wahl erwies sich als ein Glücksfall: Die Vollblutmusikerin Ritt-Appelhans, Kantorin an der Arnsberger Liebfrauenkirche und Leiterin des Forum Vocale, hielt den großen Apparat aus den verschiedenen Chören und Instrumentalisten überaus professionell zusammen. Sie dirigierte präzise, energiegeladen, und ihr Optimismus übertrug sich auf die Ausführenden. Zwischendurch musste sie für Begleitungen immer wieder auch ans E-Piano huschen.

Letzteres galt auch für Peter Sölken, der zwischen Orgelbank, Piano und Dirigieren pendelte.

In den drei Kantaten des „Schmoll-Weihnachtsoratoriums“ werden die Geschehnisse um Christi Geburt nach Lukas und Matthäus von einem Tenor gesungen. Dazwischen sind eingestreut Choräle wie „Gelobet seist du, Jesu Christ“ und bekannte Kirchenlieder wie „Zu Bethlehem geboren“. Für ein festliches Gepräge sorgt ein Blechbläserensemble, und für meditative Wiegen- und Hirtenmusik stehen Flöten- und Streicherklänge, die Abwechslung und Farbigkeit in das Werk bringen.

Eine Besonderheit des Schmoll-Oratoriums ist der fast ausschließliche „a cappella-Gesang“ der Chorpartien. Darin liegt ein besonderer Reiz, aber auch eine Herausforderung. Nach offensichtlich sehr sorgfältiger Vorbereitung durch Jochen Walter glänzte der Kirchenchor Heilig Kreuz durch eine beeindruckende Klanghomogenität.

„Professioneller Sound“

Beim „Wo ist der neu geborene König?“ bestachen die vierstimmig aufgefächerten Männerstimmen durch einen „professionellen ­Männerchor-Sound“.

Die Qualitäten des Kammer­chores des HSK sind auch über Arnsbergs Grenzen hinaus bekannt. Wie selbstverständlich, bot er unter der subtilen Zeichengebung von Peter Sölken höchsten Hörgenuss. Auch Nicole Hesse hatte ihren Kinderchor gut vorbereitet, und der frische, unbekümmerte Gesang rührte die Herzen der Zuhörer.

Die Instrumentalpartien wurden tadellos gespielt vom Bläserensemble „Reine Blechsache“( Ltg. Zoltan Fancsik) sowie Andrea Niemand (Flöte), Rüdiger Alkert (Violine), Stefanie Grünebaum (Viola), Sina Grünebaum (Violoncello) und Caroline Schöne (Keyboard).