Oldtimer-Treffen in Arnsberg: Sauerland-Ausfahrt der Höhepunkt

Die Palette der Oldtimer-Fahrzeuge ist breit gefächert: Alte Motorräder, aber auch historische Feuerwehr-Fahrzeuge sind während der Arnsberger Woche auf dem Steinweg zu sehen.
Die Palette der Oldtimer-Fahrzeuge ist breit gefächert: Alte Motorräder, aber auch historische Feuerwehr-Fahrzeuge sind während der Arnsberger Woche auf dem Steinweg zu sehen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Hätte es am Samstagmorgen Großalarm im Ortsteil Arnsberg gegeben, die städtische Feuerwehr hätte mit tatkräftiger Unterstützung rechnen können – zumindest theoretisch.

Arnsberg.. Rund um den Maximilianbrunnen hatten sich beim 32. Oldtimertreffen neben zahlreichen chromblitzenden und glanzpolierten Karossen auch vier knallrote Feuerwehrautos platziert.

Wie aus dem Ei gepellt

Wie aus dem Ei gepellt oder der Autolackiererei entschlüpft, präsentierte sich beim Sauerlandmuseum ein funkelnagelneu aussehendes Tanklöschfahrzeug vom Hersteller Magirus Deutz, Typ TLF 16. Manfred Janke aus Werdohl hat das Löschfahrzeug in penibler Kleinarbeit liebevoll restauriert und dabei genau auf Details geachtet. Der Rundhauber, Baujahr 1954, braucht sich vor seinen jüngeren „Kollegen“ mit LED Blaulicht und Elektronikhorn nicht verstecken. „Das Auto ist komplett bestückt mit Schläuchen, Strahlrohren und Atemschutzgeräten.

Oldtimer „Wir könnten mit den Anderen sofort zum Einsatz fahren“, lacht der stolze Besitzer des Feuerwehr-Oldies. Die „Anderen“, das sind Jörg Ebner und Alexander Lange vom Löschzug Soest, die mit einer voll funktionstüchtigen Feuerwehrleiter, Baujahr 1969, angereist sind. Die DL 30, die bis 1993 in der Bördestadt stationiert war, war zuletzt in Niederösterreich im Einsatz, bevor in diesem Jahr der Rückkauf durch Mitglieder der Soester Feuerwehr erfolgte. Klein aber fein präsentierte sich das Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) von 1963 mit seitlich eingeschobener Löschwasserpumpe. Das Auto hatte bis in die 1980er Jahre bei der Freiwilligen Feuerwehr Affeln seinen Dienst verrichtet.

Liebe zum Detail

Mit diesen Autos wäre ein Löschzug fast komplett, fehlte da nicht noch das Führungsfahrzeug für den Einsatzleiter. Dies lieferte beim Oldtimertreffen der gebürtige Arnsberger Pecco Becker, der am Samstagmorgen mit einem „Steyr-Daimler-Puch G-Klasse“ angereist war. Der Kommandowagen war 30 Jahre in der Schweiz im Einsatz und kann insgesamt 9 Personen transportieren.

Beim Aufstellen der Fahrzeuge zur traditionellen Oldtimerfahrt durchs Sauerland wurde natürlich erstmal der Alarmschalter umgelegt. Das klassische TatüTata der Martinshörner begeisterte besonders die Kinder. Hingucker beim Oldtimertreffen waren auch der VW-Kleinbus von 1960 und der „Three Wheeler“ aus England. Das Sportauto der kleinen Nobelschmiede TriKing leistet 97 PS und ist mit 400 Kilogramm ein echtes Leichtgewicht.

Am Abend trafen sich die Oldtimerfreunde in der Festhalle zum Feiern und Fachsimpeln. Einige hundert Meter weiter auf dem Gutenbergplatz bewiesen die Portugiesen des „Centro Desportivo Portugués“, das gute Laune nicht wetterabhängig sein muss. Live-Musik, Tanz und portugiesische Spezialitäten vom Grill sorgten trotz kühler Temperaturen für beste Stimmung.

Buntes Programm am Sonntag

„Auf die Räder, fertig los“, hieß es am Sonntag zum nunmehr siebten Mal in Arnsberg. Weltmeister Andi Kromer zeigte auf dem Alten Markt mit seiner „Mountain-Trial-Bikeskow“ spektakuläre Kunststücke. Den verkaufsoffenen Sonntag nahmen viele Besucher zum Anlass, durch die Geschäfte zu flanieren oder bei der Autoschau auf dem Gutenbergplatz schon mal in einem Lieblingsauto Probe zu sitzen.