Oeventroper protestieren erfolgreich

Oeventrop..  Vor Kurzem berichtete unsere Zeitung darüber, dass in den 1980er Jahren nach und nach die Schrankenwärter und somit auch die Schrankenwärterhäuschen im Arnsberger Stadtgebiet überflüssig wurden, weil die damalige Deutsche Bundesbahn die Bahnstrecke auf automatischen Schrankenbetrieb umrüstete. Die alten Schrankenwärterhäuschen im Arnsberger Stadtgebiet wurden dann abgerissen - „bis auf eins“, berichtet unser Leser Wilfried Schiwek von den Eisenbahnfreunden Obere Ruhrtalbahn. Der 61-jährige Oeventroper mietete im Jahr 1995 das Schrankenwärter- und Stellwerkhäuschen von den Deutschen Bundesbahn an, nachdem das Gebäude von 1992 bis 1995 leer stand und zu verfallen drohte. Bis 1992 hatte es die Bahn noch in Betrieb.

Stellwerk-Häuschen ist 107 Jahre alt

Das Gebäude wurde nach 1995 viele Jahre für private Zwecke genutzt, nachdem sich das Stellwerk-Häuschen für die Ausstellung alter Bahneinrichtungsgenstände als ungeeignet erwies. Seit 1. Januar 2009 gehört das Gebäude sieben jungen Leuten, die für den Erwerb eine „Grundstücksgesellschaft Stellwerk“ gegründet hatten. Diese jungen Leute (unter ihnen Wilfried Schiweks Sohn Ramon ) nutzen das Gebäude als privaten Treffpunkt für Freunde. Gelegentlich spielt hier eine Band. Unterm Strich ist es der eisenbahnbegeisterten Familie Schiwek aber gelungen, das 1908 errichtete Stellwerk-Gebäude vor dem Abriss zu retten. Wilfried Schiwek gehört übrigens auch das Oeventroper Bahnhofsgebäude.

Stark für den Erhalt des Stellwerkhäuschens hatte sich auch der Oeventroper Ortsheimatpfleger Ulrich Kümmeke eingesetzt. 1986 legte er sich mit dem städtischen Beigeordneten Rütger Niemeyer an, der kein Problem darin sah, wenn die Bahn ihr Stellwerkgebäude hätte abreißen lassen. In der Oeventroper Bevölkerung gab es allerdings einen Aufschrei der Entrüstung. Der Bezirksausschuss Oeventrop sowie der Verkehrsverein Oeventrop setzten sich für den Erhalt des Stellwerkhäuschen ein, es gab auch Bürgerversammlungen zum Thema „Erhalt und künftige Nutzung des Gebäudes“. Während Niemeyer den Rückhalt von Nicht-Oeventroper Politikern im städtischen Bauausschuss hatte, kämpfte der Ortsheimatpfleger Kümmeke mit einigen Oeventroper Politikern und Vereinsvertretern für den Erhalt des historischen Gebäudes.

Die unmittelbare Abriss-Gefahr bestand nicht mehr, als die Bahn am 15. Mai 1987 erklärte, dass das Oeventroper Stellwerk noch einige Jahre gebraucht werden würde. Dies war dann bis 1992 der Fall. 1995 mietete Wilfried Schiwek das Gebäude, das er auch renovierte.