Note 2,2 für Neheims Einkaufszone

Mit der Gesamtnote 2,2 ist die Neheimer Innenstadt in der Studie „Vitale Innenstädte“ vorne dabei.
Mit der Gesamtnote 2,2 ist die Neheimer Innenstadt in der Studie „Vitale Innenstädte“ vorne dabei.
Foto: WP Ted Jones

Neheim..  Mit der Gesamtnote 2,2 liegt die Neheimer Innenstadt in der bundesweit angelegten Untersuchung „Vitale Innenstädte“ (mehr dazu im Infokasten unten) deutlich über dem Ortsgrößendurchschnitt, der in Kategorie 3 (Städte mit 50 000 bis 100 000 Einwohnern) mit 2,7 zu Buche steht.

Trotz des guten Abschneidens gilt es jedoch, einige Defizite – vor allem in den Bereichen Gastronomie- und Freizeitangebot – aufzuarbeiten. „Viel Positives, aber im Detail auch die ein oder andere Herausforderung“, wie es Stephan Britten formulierte. Der Handelsreferent der IHK Arnsberg stellte gestern Vormittag die Ergebnisse der Studie, an der auch die heimische Industrie- und Handels­kammer mitgewirkt hat, dem Vorstand von „Aktives Neheim“ und regionalen Medienvertretern vor.

„E-Commerce“ wächst rasant

Eine Herausforderung, mit der Einzelhändler überall in Deutschland konfrontiert werden, ist rasant wachsender „E-Commerce“: Auch im vergangenen Jahr verzeichnete das Geschäft im Internet zweistellige Wachstumsraten, wie die vorgelegte Untersuchung zeigt. Die IHK Arnsberg sehe sich daher in ihrer bereits 2010 getätigten Einschätzung bestätigt, nach der stark wachsender Online-Handel die ­Innenstädte in der Region spürbar unter Druck setzt, so Thomas Frye, Geschäftsbereichsleiter Standortpolitik der heimischen Kammer.

Online-Affinität von ­Innenstadt­besuchern ist aber in Neheim weniger ausgeprägt als in vergleichbaren anderen Städten – vor Ort hat die Untersuchung eine sehr hohe Standortbindung ermittelt; fast 85 Prozent der Befragten ziehen Neheims Hauptstraße außerdem anderen Innenstädten vor. Diese starke „regionale Verbundenheit“ liefert eine der Bestnoten, ebenso wie „Ambiente“, Innenstadtgestaltung, Sauberkeit, Angebotsvielfalt der Geschäfte, Lebendigkeit und ­„Erreichbarkeit“. Bei letzterem ­Aspekt fällt auf, das überdurchschnittlich viele Besucher mit dem Auto nach Neheim kommen (56 Prozent), nur 7,5 Prozent nutzen öffentliche Verkehrsmittel.

Renovierung des Busbahnhofs, auch mit Blick auf Barrierefreiheit, sowie Ausbau des ÖPNV könnten hier Veränderungen herbeiführen, so der Vorstand von Aktives Neheim, der sich insgesamt mit der Bewertung „sehr zufrieden“ zeigt.

66,7 Prozent kommen zum Einkauf

Die in der Studie erfolgte Einordnung Neheims als „Einkaufsstadt für Arnsberg“ zeige, dass man auf dem richtigen Weg sei; wertvolle Hinweise gelte es nun weiter zu analysieren, vor allem in Sachen „gastronomische Diaspora“. „Vorhandene Gastronomie brummt aber“, hat AN-Vorstand Herbert Scheidt festgestellt. Und Anfragen von Gastronomen, die sich in der Innenstadt niederlassen möchten, lägen auch vor. Nur gelte es, geeignete Immobilien bereit zu stellen.

Dass Neheim seinem Motto als „Einkaufszentrum unter freiem Himmel“ gerecht wird, belegt die Untersuchung beim Punkt „Warum wird die Innenstadt besucht?“ – Den Satz „Ich bin in der Innenstadt, weil... beendeten 66,7 Prozent mit „...ich einkaufen gehe!“ Und „für weitere Freizeitaktivitäten“ waren immerhin noch 22,7 Prozent unterwegs. Wie genau diese Aktivitäten aussehen, hinterfragt die Studie allerdings nicht...