Neuer Verbund geplant

Die  Bodelschwinghschuleauf dem Arnsberger Schreppenberg soll im Verbund mit der Wannetalschule Niedereimer geführt werden - ab dem Schuljahr 2015/16. Niedereimer wäre dann Teilstandort.
Die Bodelschwinghschuleauf dem Arnsberger Schreppenberg soll im Verbund mit der Wannetalschule Niedereimer geführt werden - ab dem Schuljahr 2015/16. Niedereimer wäre dann Teilstandort.
Foto: WP Ted Jones

Arnsberg..  Um weiterhin ein qualitativ hochwertiges und wohnungsnahes Grundschulangebot zu erhalten, sollen Bodelschwinghschule Schreppenberg und Wannetalschule Niedereimer zu einem Grundschulverbund zusammengefasst werden. Dabei gibt die Wannetalschule die Selbstständigkeit auf und wird Teilstandort der Bodelschwinghschule. Dies soll zum Schuljahr 2015/17 umgesetzt werden. Der Bezirksausschuss Arnsberg berät darüber kommenden Dienstag, die endgültige Entscheidung fällt der Rat am 11. März.

Mit dem neuen Verbund würde dem vom Landtag in 2012 verabschiedeten 8. Schulrechtsänderungsgesetz Folge geleistet. Dessen Leitlinien sehen u.a. anderem vor:

- Grundschulen müssen eine Mindestgröße von 92 Schülern haben. Wenn nicht, können sie bis zu einer Mindestgröße von 46 Schülern nur noch als Teilstandort fortgeführt werden.

- Der Klassenfrequenzrichtwert soll für Grundschulen schrittweise von 24 auf 22,5 abgesenkt werden.

- Durch Einführung einer kommunalen Klassenrichtzahl soll eine gerechtere Klassenbildung erzielt werden (Infokasten) und

- spätestens nach fünf Jahren müssen Grundschulverbünde in der Schuleingangsphase in einer einheitlichen Organisation unterrichten - entweder jahrgangsbezogen oder jahrgangsübergreifend. Die Schulaufsichtsbehörde kann Ausnahmen zulassen.

Weiter wohnungsnaher Standort

An oberster Stelle allen Handelns, betont die Stadtverwaltung in der Vorlage für die involvierten politischen Gremien, stehe die Sicherung der Unterrichtsqualität, die unter den genannten gesetzlichen Vorgaben organisatorisch durch größere Systeme wie mehrzügige Grundschulen und Grundschulverbünde optimiert werde. Zum Beispiel könne im Vertretungsfall die Lehrerversorgung besser organisiert und die Sicherstellung des Fachunterrichts in höherem Maße gewahrt werden.

Grundsätzlich sei die Bildung eines Grundschulverbundes zwar ein Eingriff in vor Ort existierende soziale Strukturen, aber, so die Stadtverwaltung, es werde weder Kahlschlag praktiziert, noch im luftleeren Raum geplant. Schülerwohl und effektives Lernen seien vielmehr oberste Prämissen.

Die Situation an den beiden Schulen stellt sich derzeit wie folgt dar:

- In der „Bodelschwinghschule“ werden im laufenden Schuljahr 151 Schüler in 7 Klassen unterrichtet. Bis zum Ende der Schulentwicklungsplanung 2020/21 verringert sich die Schülerzahl bei alleiniger Fortführung der Grundschule - also ohne Verbund - auf ca. 111.

- In der Wannetalschule sind derzeit 62 Schüler gemeldet. Bis Ende der Schulentwicklungsplanung wird sich ohne Verbund die Schülerzahl auf ca 43 verringern - und damit die nach dem Schulgesetz erforderliche Mindestzahl nicht mehr erreicht. Daher sei die Schule auf Basis der aktuell geltenden Regeln als eigenständige Schule nicht weiter bestandsfähig.

Durch einen Verbund zum Schuljahr 2015/16 entstehe so eine Schule mit etwa 200 Kinder, nach Ende der Schulentwicklungsplanung wären es in 20/21 noch etwa 154. Nach der vorliegenden Prognose könne davon ausgegangen werden, dass im Planungszeitraum alle Schüler weiterhin weitestgehend ortsnah - also auf Schreppenberg und in Niedereimer - beschult werden können.

Schulkonferenzen stimmen zu

Die Schulkonferenzen beider Einrichtungen haben dem Verbund-Vorschlag der Verwaltung schon zugestimmt. Schuleiterin des Verbundes würde dann Andrea Dyda, bereits Chefin auf dem Schreppenberg und kommissarische Leiterin in Niedereimer - und damit bestens mit der Materie vertraut.

Es wäre übrigens nicht der erste Verbund im Ortsteil: Ein solcher besteht bereits mit Johannesschule und deren Teilstandort am Birkenpfad.

Info

Die Klassenrichtzahl wird ermittelt, in dem man die Schülerzahl der zu bildenden Eingangsklassen durch 23 teilt.

So bestimmt sich durch die Schülerzahl in den Eingangsklassen aller Grundschulen die maximale Zahl der Eingangsklassen, die gebildet werden können.

Beispiel: Zum Schuljahr 2014/15 wurden in der Schuleingangsphase insgesamt 887 Kinder in den Grundschulen angemeldet.

Dividiert durch den Faktor 23 ergab dies eine maximale Klassenzahl von 38 im Stadtgebiet.

Bodelschwingh- und Wannetalschule sind städtische Gemeinschaftsgrundschulen.