Neuer Polizeichef weiß, wie die Sauerländer ticken

Landrat Dr. Karl Schneider (links) begrüßt Klaus Bunse, künftig „Abteilungs­leiter ­Polizei“ der Kreispolizeibehörde HSK, am Mittwochmorgen im Mescheder Kreishaus.
Landrat Dr. Karl Schneider (links) begrüßt Klaus Bunse, künftig „Abteilungs­leiter ­Polizei“ der Kreispolizeibehörde HSK, am Mittwochmorgen im Mescheder Kreishaus.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Der künftig ranghöchste Polizist im Hochsauerlandkreis heißt Klaus Bunse – und ist im „Land der 1000 Berge“ kein Unbekannter. Er ist in Marsberg geboren und aufgewachsen.

Meschede.. „Was lange währt wird endlich gut“, war Dr. Karl Schneider am Mittwochmorgen sichtlich erfreut, einen wichtigen Neuzugang im Kreishaus begrüßen zu dürfen. In seiner Funktion als Behördenleiter der Kreispolizei stellte der Landrat deren neuen Abteilungsleiter Polizei offiziell vor:

Der künftig ranghöchste Polizist im Hochsauerlandkreis heißt Klaus Bunse – und ist im „Land der 1000 Berge“ kein Unbekannter. In Marsberg geboren und aufgewachsen, ging Klaus Bunse im Jahr 1984 zur Polizei. Zunächst in Köln im Dienst, folgte von 1996 bis 2000 eine erste Verwendung bei der Kreispolizeibehörde Hochsauerlandkreis – im Bereich „Zentrale Kriminalitätsbekämpfung“, als Wachdienstführer bei der Polizeiwache Brilon und beim Abteilungsstab GS 1 (Einsatz).

Sportlich aktiv

Ein Studium an der Polizeiführungsakademie in Münster schloss sich an, gefolgt von Führungsverwendungen in Paderborn, beim Polizei-Landesamt in Selm und zuletzt bei der Kriminalinspektion 1 in Bielefeld. „Und jetzt sind Sie in die Reihen der Polizei im Hochsauerlandkreis zurückgekehrt“, freut sich der Landrat, der „seinen Neuen“ als „überregional bekannte, kompetente und engagierte Führungskraft“ schätzt. Ebenso wichtig: Klaus Bunse kenne auch Land und Leute hier im Kreisgebiet, so Dr. Schneider.

Auf den unter mehreren Bewerbern und in enger Abstimmung mit dem Ministerium für Inneres und Kommunales in Düsseldorf ausgewählten Polizeidirektor hat der HSK einige Monate warten müssen.

„was lange währt...“: Schon im ­Januar 2015 hatte Polizeidirektor a.D. Georg Petering die Kreispolizeibehörde Hochsauerlandkreis nach mehr als zwölf Jahren verlassen und war in den Ruhestand gewechselt (wie berichtet). Mit Stichtag 1. Juli ist die Lücke endlich geschlossen – und Günter ­Droste entlastet: Der Leiter der Direktion Gefahrenabwehr/Einsatz hatte die Dienststelle bis Ende Juni kommissarisch geleitet – neben seinem eigentlichen Aufgabenbereich.

„Es gibt viel Arbeit“, stimmt Karl Schneider den Marsberger auf eine fordernde Tätigkeit ein. „Ich bin Sauerländer – weiß, was vor Ort wichtig ist“, nimmt dieser die Herausforderungen an. Eine „enge Verzahnung von Bürgern und Polizei“ hält Bunse für sehr wichtig, um dem stetigen Personalschwund bei der Kreispolizei entgegen zu wirken.

Diese angespannte Situation ist auch dem Landrat ein stetiger Dorn im Auge, ebenso wie die Reduzierung des Fahrzeugbestandes.

Reichlich Perspektiven

Diesen Abbau habe man bislang mit Hilfe neuer Organisationsstrukturen aufgefangen, er sei für einen Flächenkreis wie den HSK jedoch auf Dauer kaum hinnehmbar. „Wir beobachten das und werden wenn nötig eingreifen“, sagt Dr. Schneider – und kündigt an, weiter polizeiliche Präsenz zeigen zu wollen. Dazu gehöre der Erhalt aller sieben Wachen im Kreisgebiet ebenso wie Bestand für den Bezirksdienst. „Und genügend Personal für Kriminalität und Verkehr muss ebenfalls weiter verfügbar sein“, so der Landrat. „Polizei wird nicht nur in Ballungsräumen benötigt“, teilt Bunse die Auffassung seines Behördenleiters – und versprach am Mittwoch, sich schnell einarbeiten zu wollen. Dabei kann sich der 50-Jährige auf seine bereits jetzt „gut aufgestellte Behörde“ verlassen.

Apropos 50: „Eine noch junge Führungskraft eröffnet Perspektiven für eine lange Zusammenarbeit“, ist der Landrat froh, einen Mann im besten Alter nach Meschede geholt zu haben.

Perspektive – das gilt auch für die Kreispolizeibehörde Hochsauerlandkreis als Ganzes: „Zusammenlegungen unter den 47 Polizeibehörden in Nordrhein-Westfalen lehnen wir ab“, meint Karl Schneider mit Blick nach Düsseldorf, „dann wäre der ländliche Raum mal ­wieder der Verlierer.“ Wie zuletzt schon so oft...