Neue Schnadesteine von Kinderhand

Lisa, Lars-Ole und Fabio (von links) werden mit drei weiteren Jugendlichen und der Künstlerin und Bildhauerin Stephanie Schröter vier Schnadesteine für den Hüstener Schnadegang 2015 aus Sandstein gestalten.
Lisa, Lars-Ole und Fabio (von links) werden mit drei weiteren Jugendlichen und der Künstlerin und Bildhauerin Stephanie Schröter vier Schnadesteine für den Hüstener Schnadegang 2015 aus Sandstein gestalten.
Foto: WP

Hüsten..  Wenn am Samstag, 19. September, die Hüstener Schnadegänger die Ortsgrenze von Hüsten abschreiten, werden sie vier neue Schnadesteine einweihen können.

Das Besondere an den neuen Schnadesteinen ist, dass sie von Jugendlichen erstellt worden sind.

Lisa Drinhaus (13 Jahre), Stefan Kampmann (11), Kardelen Axoy aus Hüsten, Tom Otto (Bruchhausen), Fabio Aufmkolk (12, Müschede) und Lars Ole Zieger (11, Neheim) beschäftigen sich seit einigen Tagen im Bildhauer-Atelier von Stephanie Schröter aus ­Hüsten mit dem Bildhauer-Material Stein. Denn am Anfang jeder Bildhauer-Karriere muss man das Material richtig kennen lernen.

Da kommen Fragen auf: Wie hart darf man mit Hammer und Meißel auf den Stein schlagen, damit er nicht zerspringt? Was für eine Feile oder einen Schleifstein muss ich nehmen, damit der Stein wieder glatt wird? Warum ist jetzt alles mit so viel Staub bedeckt?

Das sind nur einige Fragen, die die Jugendlichen Bildhauerin Schröter stellten. An kleinen Steinen konnten die Nachwuchskünstler ihre bildhauerischen Fähigkeiten unter Beweis stellen.

Lars schuf einen Illuminati-Stein. Doch zuerst formte er ein Modell aus Ton, damit er ein dreidimensionales Exemplar hat. „Bei einer Skizze wäre es nur zwei­dimensional. Aber mit dem Ton-Modell gehe ich aus dem Flachland in die Berge“, war die einfache Erklärung von Schröter.

Fabio hat mit Fäustel und Meißel ein Gesicht geschaffen, und Lisa wagte sich an eine Figur im Gewand. In wenigen Tagen beginnt der sogenannte „scharfe Durchgang“, dann werden die vier Stehlen aus Sandstein bearbeitet.

Den Sandstein haben die Kinder im Sandstein-Steinbruch in Havelsberg ausgesucht.

„Wir verwenden Sandstein, weil der für die Jugendlichen einfacher zu bearbeiten ist. Grauwacke und Effenberg-Marmor sind zu hart. Die Kinder sollen nicht mit Handwerksmaschinen arbeiten“, so Schröter. Welche Motive auf den neuen Schnadesteinen entstehen, wird verständlicher Weise von den jungen Künstlern nicht verraten.

Nur so viel: Sie werden neben ­einander aufgestellt, sind ungefähr 80 Zentimeter hoch und haben einen Durchmesser von 20 Zentimetern. „Sie werden trotzdem unterschiedlich sein, wenn wir sie am Bestimmungsort installieren“, so die Bildhauerin.

Spaß an der Bildhauerei

Der junge Bildhauernachwuchs ist eifrig bei der Sache und stolz darauf , dass seine eigenen Ideen für die Motive verwirklichen zu ­können. Lisa schwärmt: „Ich habe Spaß an der Bildhauerei. Da kann ich aus einem einfachen Stein eine neue Form gestalten, die ich bestimmen kann.“ Bevor Fabio mit Hammer und Meißel Steinen eine neue Form gibt, hat er zuhause mit Holz gearbeitet: „Hier habe ich jetzt gelernt, was man aus Speckstein alles machen kann.“