Neue Dienstkleidung und eine Stelle mehr
13.05.2009 | 21:22 Uhr 2009-05-13T21:22:00+0200Mit neuer Dienstkleidung sowie einer dauerhaften zusätzlichen Stelle soll der sichtbare Ordnungsdienst der Stadt Arnsberg gestärkt werden. Diese Empfehlung gab der Ausschuss für Bürgerdienste gestern Abend einstimmig an den Rat weiter.
Der zuständige Fachausschuss sollte entscheiden, wie die jeweils 60 000 Euro, die der Rat für die nächsten zwei Jahre für mehr Sicherheit und Sauberkeit in der Stadt bewilligt hatte, ausgegeben werden — und er hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht und erneut über zwei Stunden diskutiert. Abstand genommen wurde vom Einsatz privater Sicherheitskräfte, der sogenannten „schwarzen Sheriffs”, da diese ohne die Befugnisse von Ordnungsamt-Mitarbeitern „zahnlose Tiger” wären, aber auch vom Einsatz von Langzeitarbeitslosen. Für die gäbe es zwar Lohnzuschüsse von 25 bis 50 Prozent, aber nur für ein Jahr, so dass sie kaum ausgebildet schon wieder ausscheiden müssten.
Wenig Sympathie hatten die Politiker auch für Vorstellungen, einen erheblichen Teil des Geldes zunächst einmal in Technik zu stecken. Ein Software-Entwickler hatte ein erstes Angebot über rund 40 000 Euro gemacht, ohne Hardware. Fachdienstleiter Ulrich Betkerowitz beurteilte die prognostizierte Zeiteinsparung allerdings skeptisch.
Neben der zusätzlichen Stelle, die mit etwa 40 000 Euro jährlich zu Buche schlägt und die nach dem Wunsch der Politiker ausschließlich der sichtbaren Präsenz im Stadtgebiet dienen soll, wurde lange auch über die neue Dienstkleidung diskutiert, die Funktionaliät und ziviles Erscheinungsbild vereinigen soll.
Vorerst Verzicht
auf Kopfbedeckung
Auf Einspruch der Damen soll dabei zunächst auf eine Kopfbedeckung, vorgesehen war ein blaues Baseball-Cap, verzichtet werden. Geplant sind dunkelblaue Jacken und hellblaue Hemden, jeweils in Sommer- und Winterversion, mit der Aufschrift „Stadt Arnsberg Ordnungsdienst”. Sollte die Erkennbarkeit zu wünschen übrig lassen, soll die Kopfbedeckung nochmals auf die Tagesordnung.
In einer ausführlichen Powerpoint-Präsentation hatte Betkerowitz deutlich gemacht, dass seine derzeitigen Mitarbeiter zusammen mit der Polizei nur 40 von 220 Wochenstunden leisten können, die nötig wären, um alle zwölf Handlungsräume in der Stadt regelmäßig mit Doppelstreifen zu kontrollieren. Die daraus resultierende Personalaufstockung von netto 4,6 Stellen ließ die Politiker nur die Köpfe schütteln. „Jedem Bürger muss klar sein, dass wir nicht alles abdecken können, aber wir müssen eine Verbesserung erreichen,” gab Ausschussvorsitzender Michael Jolmes die Richtung vor.
Konzentration auf
drei Handlungsräume
Und Betkerowitz nannte die Prioritäten, wie sie kürzlich mit der Polizei vereinbart und bereits umgesetzt werden: regelmäßige Doppelstreifen am Neheimer Markt mit Umfeld, am Arnsberger Europaplatz mit Umfeld und in Hüsten am Markt und am Alten Friedhof. Die anderen Orte mit Problemen von Hundekot über Müll und Lärm bis zu wildem Campen, darunter das Ruhr- und Möhneufer, der Schlossberg, Parkanlagen, Spielplätze und Schulhöfe, sollen variabel und nach Dringlichkeit bestreift werden. Unterstützung nach dem Motto „Hinsehen statt Wegsehen” erhofft sich Betkerowitz auch von Mitarbeitern anderer städtischer Fachdienste. So könne auch ein Gärtner durchaus einen Hundehalter ansprechen, der die Hinterlassenschaft seines Vierbeiners nicht wegräumt.

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