Neue Besucher für Schützenfest in Breitenbruch begeistern

In Breitenbruch weiß man zu feiern.
In Breitenbruch weiß man zu feiern.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die heimische ­Schützenfestsaison startet in einer Woche mit dem Fest im Arnsberger Dorf Breitenbruch. Die Bruderschaft St. Hubertus hat sich dort auf den Weg gemacht und ihren Festablauf radikal geändert.

Breitenbruch.. In Breitenbruch wird am Pfingstsamstag erstmals direkt zu Beginn der Schützenkönig ermittelt. Unsere Redaktion sprach mit dem neuen Vorsitzenden der Breitenbrucher Schützen, Daniel Döring, über die Änderungen und den Wandel der Schützenfest-Tradition. Der 32-jährige Elektrotechnikermeister steht den Breitenbrucher Schützen seit Januar 2015 vor.

Als erste Bruderschaft in Arnsberg ermitteln sie nun ihren König zu Beginn des Festes. Was wollen sie damit erreichen?

Daniel Döring: Nun, durch die Terminänderung von Montagmorgens, auf Samstagnachmittag erhoffen wir uns, wieder mehr Besucher und Wanderer zum Vogelschießen begrüßen zu können. Zudem wollen wir dadurch auch zukünftigen Königsaspiranten die Entscheidung für ein Königsjahr erleichtern, denn durch die Umstrukturierung lassen sich für das Königspaar Termine besser planen.

Der Termin des Königsschießens (“Befreien“) ist Abschluss ihrer Festumstrukturierung. Was hat sie motiviert, den Festablauf generell zu ändern?

Seit den 90er Jahren war unser Vogelschießen am Pfingstmontag mit zahlreichen Besuchern immer ein Highlight. Im Laufe der Jahre ließ der sehr gute Besuch jedoch immer stärker nach. Da wir als kleine Schützenbruderschaft in einem kleinen Dorf auch auf Besucher aus den Nachbarorten angewiesen sind, haben wir uns in zahlreichen Gesprächen Gedanken gemacht, wie wir wieder mehr Gäste für den Besuch unseres Vogelschießens begeistern können. Das Ergebnis dieser Gespräche ist die Änderung des Festablaufes.

Lässt sich selbst auf dem Dorf nicht mehr drei Tage lang Schützenfest feiern?

Das würde ich so nicht sagen. Die Gegebenheiten sind von Dorf zu Dorf, bzw. von Verein zu Verein unterschiedlich. Daher muss jeder Verein sehen, wie er sich aufstellt und in welcher Form er Schützenfest feiert.

War es schwierig, die Veränderungen innerhalb der Bruderschaft durchzu­setzen?

Nein, denn es war die Entscheidung der Generalversammlung. Wir haben von Anfang an mit offenen Karten gespielt und nicht nur die Schützen, sondern auch die Dorfbevölkerung über die vorgeschlagenen Änderungen informiert.

Glauben Sie, dass der Charakter des Breitenbrucher Schützenfestes dennoch erhalten bleibt, oder ist eine Änderung auch eine Chance?

Bei der Umstrukturierung haben wir sehr darauf geachtet, dass wir zwar unseren Festablauf straffen, aber die Tradition wahren. Dadurch, sowie durch unseren schön gelegenen Festplatz mit Zelt, bleibt der Charakter unseres Festes aus unserer Sicht in jedem Fall erhalten. Zusätzlich sehen wir die ­Chance darin, auch neue Schützenfestbesucher für unser Fest zu begeistern.

Stehen weitere strukturelle Änderungen in ihrer Bruderschaft auf dem Plan?

Wir haben in den vergangenen Jahren einiges an unserem Schützenfest verändert. Zudem ist im Januar unser langjähriger 1. Vorsitzender Rudolf Hahne in die „zweite Reihe“ zurückgetreten, daher sind vorerst keine Änderungen geplant.

Wie sieht ein Schützenfest im Sauerland im Jahr 2050 aus?

Das ist schwer zu sagen, da dies auch sehr stark von den immer strenger werdenden Auflagen und Regularien abhängt. Denn durch diese, ist es schon heute sehr schwierig, Traditionen wie z.B. Festumzüge und Vogelschießen, in gewohnter Weise durchzuführen.