Neubau für Flüchtlinge kostet 545 000 Euro

Ense..  Zwar bedarf es noch eines Ratsbeschlusses, doch Hubert Wegener geht davon aus, dass der Neubau einer Unterbringungsmöglichkeit für der Gemeinde Ense zugewiesene Flüchtlinge auf dem gemeindeeigenen Grundstück „An der Windmühle“ im Ortsteil ­Bremen im Juni beginnen kann.

Eine realistische Einschätzung, denn der Enser Bürgermeister darf auf die Unterstützung aller Fraktionen im Gemeinderat vertrauen. In einer gemeinsamen Erklärung haben CDU, SPD, FDP, Grüne und Bürgergemeinschaft (BG) Ende März erneut bekräftigt, hinter dem Bauvorhaben zu stehen. Bereits im Januar war die Gemeindeverwaltung mit der Kostenermittlung sowie der Erstellung erster Entwürfe beauftragt worden. Zahlen und ­Pläne liegen inzwischen vor.

„Während der Ratssitzung am 28. April ist die Beschlussfassung vorgesehen“, so Verwaltungschef Wegener. Gibt die Politik, wie erwartet, „grünes Licht“, soll unmittelbar im Anschluss der Bauantrag beim Kreis Soest eingereicht werden. Die benötigten Mittel, 545 000 Euro, werden als Ergänzung im kommunalen Haushalt 2015 verbucht.

Es handelt sich – anders als in Arnsberg-Oeventrop (geplant) oder in Wickede-Wimbern – um ein Bauvorhaben der Gemeinde Ense zwecks Unterbringung ihr (zukünftig) zugewiesener Flüchtlinge.

„Auf einer Teilfläche des Gemeindegrundstücks, etwa 750 Quadratmeter groß, wird ein massives Gebäude in leichter Bauweise errichtet“, erklärt Bürgermeister Wegener, „zweigeschossig, mit Flachdächern und einem zentralen Satteldach.

Vier Wohneinheiten

Vier Wohneinheiten für bis zu acht Personen sind geplant, bestehend jeweils aus vier Schlafräumen, Küche und Sanitärbereich; hinzu kommt auf jeder Etage ein so­genannter Kommunikationsraum.

Also Platz für maximal 32 Personen – rein rechnerisch, denn die Wohneinheiten könnten auch ­Familien mit weniger als acht Angehörigen zugewiesen werden; ganz nach Bedarf. Dieser ist grundsätzlich vorhanden, wie Verwaltung und Politik betonen – auch, weil geeigneter Mietraum nur begrenzt vorhanden oder – wegen eingeschränkter Mietdauer sowie relativ kurzer Kündigungsfristen – bedingt geeignet ist. Bei Objekten im Eigentum der Gemeinde erhöhe sich die Planungssicherheit. Letzteres gilt übrigens auch mittelfristig: Durch die Lage des Objektes sei eine optimale Nachnutzung gewerblicher Art möglich. Das erhöhe die Chancen auf eine weitere Vermietung oder Veräußerung.

Die „Entscheider“ halten den Neubau für die beste Alternative – doch wie sehen es die Enser Bürger? Während einer Info-Veranstaltung wurden diese Ende März umfassend ins Bild gerückt – und stimmten mehrheitlich zu.

„Die Bevölkerung steht hinter unserem Vorhaben“, stellt Hubert Wegener fest. Von den über 70 Teilnehmern, die anwesend waren, habe nur eine Hand voll überhaupt ­Kritik geäußert.

Sachliche Gegenargumente der Bürgerinnen und Bürger nehme man ernst, betonen Ratsmitglieder und Verwaltungsspitze, doch positive Erfahrungen an anderen Standorten innerhalb von Ense zeigten, dass sich die Bewohner sehr gut in die örtliche Gemeinschaft einfügen. Momentan sind Flüchtlinge in Bremen, Niederense und Waltringen untergebracht – dezentral und mit der Möglichkeit, Einkäufe, Behördengänge oder Arzttermine zu Fuß bewältigen zu können. Das wäre auch am neuen Standort gewährleistet. Läuft alles nach Plan, soll die Unterkunft in Ense, „An der Windmühle“, bis Ende dieses Jahres bezugsfertig sein.