Naturschutz für Kalkbuchenwälder

Die besagten Wälder liegen in der Umgebung von Gut Habbel.
Die besagten Wälder liegen in der Umgebung von Gut Habbel.
Foto: www.blossey.eu

Arnsberg..  „Wir fordern Sie auf, die beiden Kalkbuchenwälder im Regionalplan als Naturschutzgebiete auszuweisen“, schreibt Klaus Korn an die Bezirksregierung Arnsberg.

„Die beiden Kalkbuchenwälder“, auf die sich der von Korn im Namen des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gestellte Antrag bezieht, befinden sich am Teussenberg und auf dem Teufelskopf – in der Umgebung von „Gut Habbel“, zwischen Herdringen und Müschede.

„Dieser Antrag wird sorgfältig geprüft“, bestätigt Christoph ­Söbbeler auf Anfrage unserer Zeitung den Eingang des Schreibens bei der Bezirksregierung (BR). Derzeit laufe ein Anpassungsverfahren für den Regionalplan, erläutert der Pressesprecher der BR zum Hintergrund des Antrags. „Ziel ist, die Landschaftspläne im Raum Arnsberg, Sundern und Meschede aktualisiert abzubilden, so Söbbeler weiter. Um so viele Informationen wie möglich zu sammeln, habe seine Behörde außerdem beim Hochsauerlandkreis eine Stellungnahme eingefordert. „Wir werden den Sachverhalt nun ebenfalls prüfen und unseren Standpunkt dazu formulieren“, sagt Martin Reuther, Sprecher der Kreisverwaltung.

Im Sauerland selten

„Kalkbuchenwälder sind im Sauerland selten, sie verdienen daher einen besonderen Schutz“, begründet Klaus Korn den Antrag – und weist gleichzeitig auf die aus Sicht des BUND akute Gefährdung der beiden Wälder vor Ort hin. Diese sei sowohl durch zu starke Abholzung als auch durch Abgrabung von Seiten der Kalksteinindustrie gegeben. Letzteres zielt auf die Betreiber des unmittelbar angrenzenden Steinbruchs Ebel.

„Die meisten Kalkbuchenwälder zeichnen sich durch eine hohe Artenvielfalt aus“, führt der in Sundern lebende Korn weiter aus, und die Kalkwälder bei „Gut Habbel“ gehörten zu dieser gefährdeten heimischen Landschaftsart. Bei besagten Arealen handelt es sich um die bereits als „Buchenwald-Landschaftsschutzgebiete“ ausgewiesenen Waldflächen am Teussenberg und auf dem ­Teufelskopf.

Ausgang derzeit völlig offen

Große, zusammenhängende Waldkomplexe mit hohem Entwicklungspotenzial, heißt es im Schreiben des BUND. Die Waldmeister-Buchenwälder seien von regionaler Bedeutung und unverzichtbar für Biotop- und Artenschutz. „Sie haben gut ausgebildete Pflanzengesellschaften, eine hohe strukturelle Vielfalt und Rote-Liste-Molluskenarten“. Für diese Gebiete müsse eine naturnahe Waldbewirtschaftung und ein dynamisches Altholzkonzept erreicht werden.

Ob dem Antrag im laufenden Anpassungsverfahren entsprochen wird, ist derzeit völlig offen.