Muss sich den Herausforderungen stellen

Segelfliegen ist ein spannendes und faszinierendes Abenteuer. Schon ab 14 Jahren kann die Flugausbildung begonnen werden, die für jedermann erschwinglich ist.
Segelfliegen ist ein spannendes und faszinierendes Abenteuer. Schon ab 14 Jahren kann die Flugausbildung begonnen werden, die für jedermann erschwinglich ist.
Foto: Privat

Oeventrop..  Der Luftsportclub Oeventrop ist seit langen Jahren erfolgreich in der Fliegerszene unterwegs. Was sich nicht nur in Wettbewerbserfolgen einzelner Mitglieder zeigt, sondern auch in einer soliden Vereinspolitik. Vor allem die Jugendarbeit wird stark gefördert. Dazu ein Gespräch mit dem LSC-Vorsitzenden Peter Enste (45).


Segelfliegen ist Teamsport. Gibt es in Zeiten der Tablets, Smartphones und sozialen Netzwerke überhaupt noch Teamplayer?
Peter Enste: Ich denke ja. Wer Segelfliegen will, wird schnell merken, dass es nur geht, wenn man im Team mit anpackt. Natürlich haben Smartphone und Tablet auch in unseren Verein Einzug gehalten. Wir kommunizieren per E-Mail, viele Absprachen und Verabredungen erfolgen über soziale Netzwerke. Smartphones und Tablets werden heute zum Teil in den Flugzeugen als Navigationshilfen eingesetzt. Aber wenn es um das eigentliche Flugerlebnis geht, da treten solche Dinge in den Hintergrund. Da geht es darum, mit allen Sinnen das Flugerlebnis wahrzunehmen.


Hat sich das Einfügen von Jugendlichen in eine große Gruppe verändert?
Der eigentliche Prozess hat sich nicht geändert. Es dauert eine Zeit, bis man sich kennengelernt hat. Das gilt für beide Seiten. Allerdings gibt es natürlich für die Jugendlichen viel zu lernen und zu entdecken. Was meiner Meinung nach immer hilfreich ist: wenn mehrere Jugendliche zeitgleich mit der Ausbildung anfangen. In einer starken Truppe, die sich unterstützt und anspornt, hat es der Einzelne dann noch einfacher.


Wie wirkt sich die zunehmende Individualisierung auf einen Sport wie das Segelfliegen aus?
Weil wir diesen Sport günstig betreiben möchten, sind wir auf die Gemeinschaft angewiesen. Wer sich also auf die Fliegerei im LSC Oeventrop einlässt, der muss in dieser Richtung gewisse Zugeständnisse machen, was vielleicht gesellschaftspolitisch auch nicht das Schlechteste ist. Aber auch innerhalb des Vereins gibt es noch genügend Raum, sich individuell zu entwickeln.


Haben Sie aufgrund zunehmender Anforderungen in Schule und Ausbildung die Strukturen des Vereins anpassen müssen oder ist die Anwesenheit während des gesamten Flugtages weiterhin Pflicht?
Es geht hier ja nicht nur um die Schüler, die das Wochenende nicht mehr komplett für den Flugbetrieb frei halten können. Genauso betrifft es die Vereinsmitglieder, die das Hobby mit Beruf, Familie und Haus ein Einklang bringen wollen. Der gesellschaftliche Wandel macht auch vor dem LSC keinen Halt. Das sind die Herausforderungen, denen wir uns immer wieder stellen müssen. Schon vor Jahren haben wir zum Beispiel diese Regel eingeführt: „Wer am Flugbetrieb mitmacht, sollte mindestens einmal am Tag die Hand am Hallentor haben“. Das soll heißen, wer nicht den ganzen Tag Zeit hat, sollte entweder morgens oder abends beim Auf- und Abbauen des Flugbetriebes helfen. Aktuell wollen wir versuchen, durch weitere Absprachen den Tagesablauf des Flugbetriebs für alle zu optimieren. Aber eine Patentlösung haben wir noch nicht gefunden.


Was ist es, was junge Menschen zum Segelfliegen lockt?
Die einmalige Kombination aus Naturerlebnis und Technik. Einerseits gehören eine Menge Technik und technisches Verständnis dazu, ein Flugzeug in die Luft zu bekommen. Beim Fliegen sind wir dann aber auf die Kräfte der Natur angewiesen. Da heißt es, die Natur -Wolken, Sonne und Wind - richtig einzuschätzen, um dann Entscheidungen zu treffen. Segelfliegen ist ein richtiges Abenteuer. Letztendlich denke ich aber auch, dass trotz oder gerade wegen der vielen gegenläufigen Trends das Gemeinschaftsgefühl immer noch eine große Rolle spielt.


Der LSC Oeventrop gilt als Verein ohne Nachwuchssorgen. Ist das immer noch so?
Nach ein paar Jahren mit weniger Aktivität in der Ausbildung können wir derzeit auf eine große Schulgruppe blicken. Diese gilt es zu fördern und weiterzuentwickeln. Zudem veranstalten wir u.a. Schnupperkurse und haben unsere Aktivitäten verstärkt, junge Menschen für das Fliegen zu begeistern. So gibt es seit einigen Jahren eine Modellfluggruppe. Hier können Jugendliche unter 14 Jahren schon den ersten Kontakt zur Fliegerei aufnehmen, bevor sie mit der Segelflugschulung beginnen können.

Warum haben sie ein zeitaufwändiges Ehrenamt übernommen?

Als Jugendlicher und junger Erwachsener habe ich viel vom LSC profitiert, mit den Vereinsflugzeugen habe ich zahlreiche Streckenflüge und Wettbewerbe bis hin zu Deutschen Meisterschaften absolviert. Es geht mir darum, dem Verein wieder etwas zurückzugeben. Und es geht mir auch darum, den besonderen Geist, der den LSC ausmacht, weiter zu pflegen.

Info

Der LSC Oeventrop hat 302 Mitglieder, davon aktiv sind 24 im Alter von 14 bis 18 Jahren und 70 im Alter von über 18 Jahren.

Aktuell befinden sich 20 Flugschüler in der Ausbildung. Dafür stehen 11 Fluglehrer bereit. Der Einstieg ist ab 14 Jahren möglich.

Der Verein besitzt 8 Segelflugzeuge und einen Motorsegler.

Der Luftsport-Club veranstaltet immer im September ein Flugplatzfest und lädt Christi Himmelfahrt zum Vatertagsfest ein.

www.lsc-oeventrop.de