Museumserweiterung muss jetzt neu geplant werden

Der Hang unterhalb des Sauerland-Museums hat sich als böse Wundertüte entpuppt.
Der Hang unterhalb des Sauerland-Museums hat sich als böse Wundertüte entpuppt.
Foto: WP Ted Jones
Was wir bereits wissen
Das ist ein Schlag ins Kontor: Der Neubau des Regionale-Projektes „Museums- und Kulturforum Südwestfalen“ muss umgeplant werden.

Arnsberg..  Grund ist eine Kostenexplosion bei der Baugrube von bislang geschätzten ca. 1,8 Mio. auf nun etwa 3,1 Mio. Euro. Mehrkosten also von 1,3 Mio. Euro. Deshalb zog Landrat Dr. Karl Schneider die Notbremse und hält eine Umplanung für unerlässlich. Eine Korrektur, aber nicht das Aus des Projektes.

Nachdem sich bereits in der Planungsphase für die Erstellung der Baugrube im Steilhang zur Ruhrstraße hin Mehrkosten abgezeichnet hatten, brachte jetzt die erste Ausschreibung ein bestürzendes Ergebnis: eine Kostensteigerung von gut 1,3 Mio. Euro. Dies hatten die Berechnungen zweier völlig unabhängiger Bieter ergeben, die - bis auf wenige Stellen hinter dem Komma - beide zu dem Schluss gelangten, dass die Baugrube für das bisher in der bekannten Form geplante Museumsprojekt eine Investition von mindestens 3,1 Mio. Euro erfordere.

Deshalb hat jetzt Landrat Dr. Karl Schneider mit der für ihn dringend gebotenen Umplanung die Notbremse gezogen. Nur so könne vor dem Hintergrund nicht abschätzbarer Kosten für die Baugrube der vorgegebene und vom Kreistag abgesegnete Finanzrahmen von 12,2 Mio. Euro mit einem Kreisanteil von 6,9 Mio. Euro eingehalten werden. Schneider: „Das Risiko, den Hang für den Neubau zu nutzen, ist so einfach zu groß.“ Schließlich weiß man auch im Kreishaus, dass Ausschreibungsergebnisse nach oben durchaus offen sein können.

Mit diesem Ergebnis der inzwischen aufgehobenen ersten Ausschreibung, so Dr. Schneider weiter, habe man nicht rechnen können. Schließlich habe man vorab bereits einen Fachplaner für die Baugrube, weitere Gutachter und Geologen als Spezialisten eingeschaltet. Doch nun „müssen wir uns von einer unterirdischen Verbindung zwischen Landsberger Hof und Neubau verabschieden“.

Rund 1,3 Mio. Euro Mehrkosten

Denn der finanzielle Anteil des Hochsauerlandkreises, so die Zielvorgabe, soll unverändert bei den veranschlagten 6,9 Mio. Euro bleiben. Aber Schneider macht zugleich auch deutlich, dass er weiter an diesem für die Region wichtigen Projekt festhalten will. Aber eben ohne Bau in den Hang hinein.

Die Kreisverwaltung schlägt daher Kulturausschuss und Kreistag eine Umplanung des Neubaus im Zuge des Regionale-Projektes vor. Das damit beauftragte Architekturbüro „Bez und Kock“ (Stuttgart) ist bereits dabei, diese Vorgaben umzusetzen. Was unter dem Strich bedeutet, dass der Neubau so weit an die Ruhrstraße heranrücken wird wie möglich und dass der Hang so wenig in Anspruch genommen wird wie nötig. Zu prüfen ist zugleich, was der Bebauungsplan an dieser Stelle hergibt. Das Architekturbüro soll möglichst schon Ende Februar eine tragbare Lösung vorlegen.

Für die Stuttgarter Planer keine einfache Aufgabe, die barrierefreie Verbindung zwischen Alt- und Neubau nun auf anderem Wege herzustellen. Wegen der größeren Entfernung der Gebäude und der Order, das vom Kreistag vorgegebene Budget nicht zu überschreiten. Die Planung ist zudem mit der eigens für das Museumsprojekt eingerichteten Baukommission des HSK, der Stadt Arnsberg, der Bezirksregierung und den involvierten Landesministerien für Städtebau und Kultur als Fördermittelgeber abzustimmen.

Ausschuss und Kreistag beraten

Durch diese Kostenexplosion seien jetzt auch, hieß es dazu aus dem Kreishaus, alle Nutzungskonzepte zunächst einmal Makulatur. Wichtig sei vielmehr, ließ gestern Abend noch Kreissprecher Martin Reuther auf Anfrage verlauten, „dass der Landrat jetzt die Reißleine gezogen hat, als später auf eine neue Elb-Philharmonie zu schauen“.

Kulturausschuss und Kreistag beraten das Thema Museumserweiterung am 11. bzw. 13. März.