Moderne Kunst im Kreisverkehr

Die „Europablume“ am Kreisverkehr Bömerstraße
Die „Europablume“ am Kreisverkehr Bömerstraße
Foto: WP

Arnsberg..  Der Kreisverkehr an der Bömerstraße hat eine. Der Kreisel an der ehemaligen Teutenburg auch: eine schmucke Skulptur in der Mitte, die diese verkehrsbeschleunigenden baulichen Kunstgriffe in wahre Kunstwerke verwandelt. Aber was passiert demnächst mit dem geplanten großen Kreisel am östlichen Ende des Brückenplatzes? „Wir sind dran,“ heißt es dazu aus der Stadtverwaltung. Und: Es soll etwas sehr Hochwertiges werden.

Weil Arnsberg schließlich das kulturelle und kulturhistorische Zentrum der Stadt sei, erklärte Verwaltungssprecherin Stephanie Schnura auf Anfrage unserer Zeitung, „muss dies auch öffentlich und damit für alle - insbesondere für Besucher und Touristen - erlebbar sein“. Und diese Maxime gelte natürlich auch für den großen Kreisverkehr, der in einigen Monaten die alte Kreuzung Brückenplatz/Rumbecker Straße ersetzen wird. Praktisch als furioser Schlusspunkt der Innenstadtsanierung.

Diese Linie, die Stärkung des Stadtteils als wichtigen Kulturstandort, setze man konsequent um. So habe man erst vor kurzem - wie berichtet - im Rahmen der „Regionale“ eine sehr erfolgreiche Kooperation abschließen können, die eben der historischen Altstadt zugute komme und eine zeitgenössische Sehenswürdigkeit schaffe: „Der international renommierte spanische Konzeptkünstler Santiago Sierra aus Madrid wird den Bereich der ehemaligen Klosterpforte durch eine Bodenlicht-Skulptur zur Lichtpforte gestalten. Das Projekt wird im Herbst realisiert.“

Nun gehe es darum, einen weiteren angesehenen internationalen Künstler für ein Projekt im Stadtteil Arnsberg zu gewinnen: „Wir als Verwaltung prüfen, ob und wie dies auf dem neuen Kreisverkehr möglich ist.“ Denn dabei gehe es um ein Projekt, das über die bislang übliche Gestaltung von Kreisverkehren weit hinausgehen soll.

Bezirksausschuss einbinden

Finanziert werden soll ein solches Kunstwerk im Zentrum des neuen Kreisverkehrs über Mäzenatentum oder Sponsoring. Was aber, sagte Stephanie Schnura, natürlich nicht kurzfristig zu realisieren sei, weil dies vielfältiger Kontakte bedürfe. „Ein Kunstprojekt dort muss schließlich die bestehenden Sichtachsen aufnehmen, einen Schwerpunkt in der Neustadt und zugleich eine Verbindung Altstadt - Neumarkt – Brückenplatz – Neustadt schaffen und ein inhaltliches Thema unserer Zeit bearbeiten.“

Das Ziel der Verwaltung sei dabei, mit derart bedeutenden Kunstprojekten, die historischen Sehenswürdigkeiten Arnsbergs „im besten Sinne“ durch zeitgenössische Sehenswürdigkeiten oder Schaustücke zu ergänzen, „die überregionale Aufmerksamkeit erzeugen und diese so auf den Stadt lenken“.

Auch Arnsbergs Bezirksausschuss-Vorsitzende Marie-Theres Schennen hält es für wichtig und richtig, „dass an einer derart exponierten Stelle wie dem neuen Kreisverkehr“ im Zentrum der Innenstadt ein entsprechendes Kunstwerk installiert wird. Gleichwohl ist es für sie aber auch durchaus überlegenswert, bei bekannten heimischen Künstlern wie Arno Mester oder Uwe Kramer einmal Ideen abzurufen. „Das hat ja mit Ernst Olm und dessen Europablume an der Bömerstraße auch hervorragend geklappt.“

Grundsätzlich fordert Marie-Theres Schennen aber die rechtzeitige Einbindung des Bezirksausschusses in die entsprechenden Überlegungen: „Darauf werde ich bestehen.“

Info

Auch die Europablume an der Bömerstraße und die von Norbert Schwarz entworfenen „Fahnen im Wind“ an der Teutenburg wurden über Sponsoring finanziert.

Rudi Olms „Europablume“ wurde 2004 vom Heimatbund Arnsberg durch Spenden angekauft und den Bürgern spendiert.

Die Holzskulptur an der ehemaligen Teutenburg wurde 2007 von der Firma FHS-Holztechnik bezahlt, Aufbau und Beleuchtung wurden durch Spenden gedeckt.