Mit goldenem Glanz

Auch Fee und Emma freuen sich darauf, dass die Sanierung des Maximilianbrunnens in Arnsergs „Guter Stube“ fortgesetzt wird. Die auf der Stele zu erkennende Sch
Auch Fee und Emma freuen sich darauf, dass die Sanierung des Maximilianbrunnens in Arnsergs „Guter Stube“ fortgesetzt wird. Die auf der Stele zu erkennende Sch
Foto: Ted Jones/WP

Arnsberg..  Am morgigen Mittwoch sollen die vom erst kürzlich verstorbenen Hans Rath initiierten Restaurierungsarbeiten am Maximilianbrunnen in Arnsbergs „Guter Stube“ fortgesetzt werden. Voraussetzung ist allerdings trockenes Wetter. Im Mittelpunkt steht dabei die Vergoldung der Schrift an der dem Neumarkt zugewandten Seite der Brunnenstele. Dies teilte jetzt der Heimatbund mit.

Wie berichtet, hatte es um die Vergoldung der Schrift eine Diskussion mit den zuständigen Denkmalbehörden gegeben, die sich - trotz eindeutiger Spuren von Goldpartikeln - auf den Standpunkt zurückgezogen hatten, dass die fraglichen Schriftzüge nie vergoldet gewesen sei. Weil es sich nach deren Auffassung wissenschaftlich nicht belegen ließ.

Doch nach intensiven Recherchen im Landesarchiv Münster förderte schließlich Stadtarchivar Michael Gosmann eine alte kurfürstliche Handwerkerrechnung - datiert vom 2. Oktober 1779 - über die Schriftvergoldung zu Tage. Und damit war der erforderliche Beweis erbracht und die Genehmigung für die neuerliche Vergoldung kein Problem mehr. Und die soll nun bei entsprechender Wetterlage am morgigen Mittwoch in Angriff genommen werden.

Brunnenstelle einst glänzend weiß

Auf der über 200 Jahre alten Rechnung werden übrigens auch die damals verwendeten Farben festgehalten: Bleyweiß (weiß für den Außenanstrich der Säule), Gold Glitt (Goldfarbe für die Verzierungen und Inschriften), Schwäffell (Schwefel, gelbe Farbe für Verzierungen), Kinruß (schwarz) und Firnis (für Oberflächenbehandlung zum Schutz der aufgetragenen Farben).

Aber die Rechnung, so Michael Gosmann, lasse noch ganz andere Rückschlüsse zu: „Der Brunnen hat früher völlig anders ausgesehen. Wir müssen - wie in der Zeit des Rokoko üblich - uns die Brunnenstele als glänzend-weißen Obelisken mit golden Rändern und Verzierungen vorstellen. Darauf jedenfalls deuten die großen Mengen von Bleyweiß, Schwäffel und Gold Glitt hin, die damals verwendet wurden.“

Für den Bau des Brunnens mussten insgesamt 603 Reichstaler und 43 Petermännchen auf den Tisch der beteiligten Handwerker geblättert werden. 450 Reichstaler davon steuerte der Kölner Kurfürst bei, den Rest musste die Stadt übernehmen. Für Anstrich und Vergoldung war seinerzeit übrigens der Schlossermeister Feldtmann verantwortlich. Und dessen akribische Rechnungen waren es dann, die gut 200 Jahre später den entscheidenden Beweis für die einstige Schriftvergoldung ermöglichten.

Auch Abdeckungen erneuert

Die nun anstehenden Sanierungsarbeiten erstrecken sich in erster Linie auf die Vergoldung der Schrift an der Südseite der Brunnenstele, auf Ausbesserungen im Bereich von Fugen sowie den Austausch der Abdeckungen aus Rüthener Sandstein auf der Brunnenwanne. Gerade letztere hatte in der Vergangenheit arg gelitten.

Auf die Vergoldung der sehr kleinen und filigranen Schrift auf der Nordseite der Stele (Richtung „Krim“) wird bewusst verzichtet. Aus technischen und finanziellen Gründen.

Info

Die Sanierung des Maximilianbrunnens erfolgt in enger Abstimmung und mit Genehmigung der Unteren Denkmalbehörde.

Zur Finanzierung der Sanierung hatte Hans Rath in den vergangenen Jahren in nicht unerheblichem Umfang Spender aus der Arnsberger Bürgerschaft gewinnen können.

Ein weiterer Teil wurde durch die ebenfalls von ihm initiierten Brunnenfeste gewonnen.

Allerdings decken diese Mittel nicht die derzeit mit rund 14.000 Euro bezifferten Sanierungskosten.

Deshalb bittet der Heimatbund Arnsberg um weitere Spenden.