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Mit einem Leichtgewicht in die Luft

11.07.2008 | 20:06 Uhr

Arnsberg. Noch ist es schwer vorstellbar, dass sich das Gerippe aus Holz und Aluminium irgendwann in die Luft erheben soll. Doch Bruno Hennecke ist optimistisch: Im Frühjahr 2009 möchte er mit dem selbstgebauten Flugzeug über Arnsberg fliegen.

Bruno Hennecke tüfftelt täglich an dem Ultraleichtflugzeug, Modell Kiebitz. Im nächsten Frühjahr möchten er und sein Partner Roman Ritschny mit dem selbstgebauten Doppeldecker in die Luft gehen. Fotos(2): Ted Jones Der eine Flügel ist schon fertig bespannt, der zweite hingegen liegt hingegen noch "nackt" in der Halle.

Seit Januar baut Bruno Hennecke fast täglich an dem Ultraleichtflugzeug vom Typ"Kiebitz". Gemeinsam mit Roman Ritschny möchte er sich einen langersehnten Traum erfüllen: ein eigenes Flugzeug bauen. "Die Pläne haben wir seit zehn Jahren im Schrank, aber wir kommen erst jetzt dazu", erzählt Bruno Hennecke, der seit kurzem im Vorruhestand ist. 900 Mark haben die beiden damals für die Konstruktionszeichnungen bezahlt. Nun werden sie endlich umgesetzt.

In der Werkstatt hinter dem Arnsberger Bahnhof steht das Gerippe aufgebockt auf ein paar alten Stühlen. An mehreren Tafeln hängen Bauskizzen und Pläne. Daneben stehen die beiden Flügel des Doppeldeckers. Jede Schwinge ist acht Meter lang. Alles erinnert an einen Modell-Bausatz in Größe XXL. Der Unterschied ist nur, dass in dem Bausatz von Bruno Hennecke und seinem Partner Roman Ritschny bald zwei Menschen sitzen und sich die Welt von oben ansehen wollen. Zwei graue Plastiksitze sind schon montiert.

"Die sind ganz leicht", sagt der Klempnermeister. Das muss so sein, denn Hennecke muss genau abwiegen, was er einbaut. Der Flugzeugtyp heißt nicht ohne Grund "Ultraleicht". Mehr als 450 Kilogramm darf der fertige Doppeldecker inklusive Besatzung nicht auf die Waage bringen - sonst fällt er vom Himmel. Daher versuchen die Flugzeugbauer jedes Gramm einzusparen, wo es nur geht. Da muss halt auch der Sitzkomfort ein wenig hinten anstehen.

Wichtige Dinge hingegen fehlen nicht. "Hier kommen später die Pedale hin", sagt Hennecke und drückt mit der Hand auf eine Aluminiumleiste. Die Stahlseile, die durch das Gerippe verlegt sind, spannen sich an. "Und hier die Steuerung." Bruno Hennecke ruckelt an einem Knüppel. Die Heckflosse des Ultraleichtflugzeuges bewegt sich hin und her. Auch der Motor ist schon eingebaut.

Die 95 PS starke Maschine schluckt acht bis zehn Liter pro Stunde und ermöglicht eine Reisegeschwindigkeit von 130 km/h. Getankt wird normales Super Benzin. "Sie können damit also theoretisch einfach an einer Tankstelle vorfahren", scherzt Bruno Hennecke.

25 000 Euro werden in dem Doppeldecker stecken, wenn er startklar ist. Kauft man das Modell Kiebitz fertig, zahlt man mehr als 100 000 Euro. "Und unser Ultraleichtflugzeug wird eine persönliche Note haben", sagt Hennecke. Das ist nicht bezahlbar. So hat der Flieger von Hennecke und Ritschny einen kleinen Kofferraum, in den aber nicht viel passt. "Vielleicht eine Garnitur Unterwäsche und eine Kreditkarte", überlegt Hennecke. Viel wiegen darf das Gepäck ja nicht.

Und auch die Lackierung steht schon fest: blau-weiß. Doch dabei denken die beiden Arnsberger nicht an die Stadtfarben: "Wie die Flieger im ersten Weltkrieg", erklärt Hennecke.

Von Sina Heilmann

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