Mit dem Rennrad in einer Tour nach München

Oeventrop..  Die Rennradgruppe des TuS Oeventrop 1896 trifft sich am Mittwoch, 3. Juni, um 20 Uhr an der katholischen Pfarrkirche zur Marathonfahrt über 600 Kilometer nach München – und das ist nicht ihre erste große Fahrt: Berlin, Paris, London und einige Fahrten mehr sind schon vollbracht worden. Unsere Zeitung sprach mit Abteilungsleiter Bernhard Kraas über die besonderen Herausforderungen dieser Marathontouren.

1 Wie schafft man es, solch eine lange Strecke auf dem Fahrrad im Sattel zu sitzen?

Das geht, indem man etwa 10 000 Kilometer im Jahr auf dem Rennrad trainiert. Man muss schon sehr viel fahren und sich fit halten. Wir haben vier Trainingsausfahrten pro Woche, die zwischen 60 bis 100 Kilometer lang sind. Steht ein solch großes Ereignis wie jetzt die Fahrt nach München bevor, dann fügen wir auch weitere Touren hinzu. Im Winter, wenn das Wetter nicht mitspielt, trainieren wir Indoor mit den Spinning-Rädern.

Letzte Woche sind wir beispielsweise schon zur Nordseeküste gefahren. Uns begleitet bei diesen langen Strecken auch immer ein Begleitfahrzeug mit Anhänger für den Fall der Fälle. Es ist auch mit einem Defibrillator und helfendem Zubehör ausgestattet. Zurück wird nicht geradelt – die Räder kommen in den Anhänger und treten auf diese Weise den Heimweg an.

2 Wie viele Personen fahren diesmal nach München mit?

Es fahren 20 Personen mit: drei Frauen und 17 Männer. Wir alle sind Mitglieder des Vereins. Eine unserer Mitfahrerinnen ist glücklicherweise Ärztin. Falls uns körperlich mal etwas passieren sollte, dann wäre sie für die Erstversorgung sofort zur Stelle.

3 Warum fahren Sie durch die Nacht?

Wir würden die Tour ja auch lieber früh morgens beginnen, doch dann würden wir erst mitten in der Nacht im Hotel in München eintreffen. Wir fahren also nur gezwungener Maßen nachts. Unser Ziel ist es, um 19 Uhr in München anzukommen. Apropos Hotel: wir buchen nur Hotelzimmer, auf die wir unsere Fahrräder mitnehmen können. Es ist einfach zu unsicher, diese Rennräder im Anhänger nächtigen zu lassen, wenn man bedenkt das die 20 Räder zusammen rund 80 000 Euro wert sind.