Mit Ampel gegen Verkehrsinfarkt

Nichts geht mehr: Die Jägerstraße am Montagnachmittag.
Nichts geht mehr: Die Jägerstraße am Montagnachmittag.
Foto: ted jones/wp

Arnsberg..  Chaos. Mit diesen fünf Buchstaben lässt sich das umschreiben, was sich am ersten Tag der baustellenbedingten Einbahnregelung auf der Bömerstraße besonders in den Nachmittagsstunden nach Schulschluss und Arbeitsende in den im Eichholz ansässigen Behörden auf Neumarkt und Jägerstraße abspielt. Die Fahrzeuge stehen Stoßstange an Stoßstange. Der traurige Rekord: Eine Lehrerin des Laurentianums war eine satte Stunde in dieser Blechlawine unterwegs – vom Hirschberger Tor bis zur Autobahnauffahrt an der Hüstener Straße. Doch die Stadtwerke haben bereits am Dienstag reagiert: mit einer Ampel, die jetzt wieder das wechselseitige Befahren der Bömerstraße erlaubt.

Der Grund für das Montagschaos: Wegen der halbseitigen Sperrung der Bömerstraße zu Beginn der Woche konnte der Verkehr aus Richtung Eichholz/Neumarkt nicht mehr über Bömer- und Ruhrstraße/Klosterbrücke abfließen. Vielmehr verlief die Umleitung über die Jägerstraße. Die Bömerstraße konnte nur noch Richtung Neumarkt befahren werden.

Doch die Stadtwerke haben umgehend reagiert und noch am Dienstag per Baustellenampel die Bömerstraße wieder für beide Richtungen geöffnet. „Damit werden wir den Verkehr entzerren, der so beidseitig an der Baustelle vorbeigeführt wird,“ sagt Stadtwerke-Ingenieur Werner Bohland auf Anfrage unserer Zeitung. Allerdings müsse sich ein jeder darüber im Klaren sein, dass eine „Baustellenampel nicht die Räumleistung hat wie andere Ampeln“. Dennoch erwarte man sich davon eine Verbesserung der Situation.

Auch viele Bürger hatten sich schon Gedanken zur Lösung des nervenaufreibenden Problems gemacht. Wie Rainer Laudage. Sein seiner Meinung nach leicht umzusetzender Vorschlag für eine deutliche Entzerrung in diesem Bereich: „Warum dreht man die Einbahnregelung auf der Bömerstraße nicht einfach um? Denn im Großen und Ganzen geht nur morgens der Berufsverkehrs in Richtung Schulen und Eichholz die Bömerstraße hoch. In den anderen Zeiten ist diese Richtung nicht so gefragt.“

Aber gerade in der Zeit zwischen ca. 12 bis 16 Uhr, so Laudage weiter, entstehe auf Neumarkt und im Eichholz durch Berufsverkehr und Eltern, die ihre Kinder abholen würden, ein massiver Abflussbedarf an Fahrzeugen, der sich angesichts der zunächst angewandten Einbahnregelung habe durch den „Flaschenhals Jägerstraße“ fädeln müssen. Und dort kamen die Fahrzeuge praktisch zum Stillstand – „mit einem Rückstau bis ins Eichholz hinein“.

Jägerstraße enger „Flaschenhals“

Warum? Das liegt für Rainer Laudage klar auf der Hand: „Weil der Großteil der Verkehrsteilnehmer in Richtung Neustadt will, müssen diese am Ende der Jägerstraße rechts in den Altstadttunnel abbiegen. Doch dort erlaubt die Ampelschaltung mit einer sehr kurzen Grünphase für Rechtsabbieger höchstens zwei Fahrzeugen das Durchkommen.“ Und damit schiebe sich das Stauende immer weiter nach hinten. Doch bei einer Umkehrung der Einbahnregelung, sagt Laudage, „könnten alle, die in die Neustadt wollen, zügig aus dem Bereich Neumarkt herausfahren und die Lage auf der Jägerstraße würde sich in den Stoßzeiten entspannen.“

Was sich praktikabel anhört, jedoch für Andreas Bohland nicht umsetzbar ist. „Viele gravierende Gründe sprechen leider gegen diesen Vorschlag. Aber ich denke, dass wir nun die bestmögliche Lösung gefunden haben.“

Info

Die Einbahnstraßenregelung auf der Bömerstraße ist für rund fünf Monate erforderlich.

Weil Platz für den Baukran benötigt wird, um den Rohbau des Wohnprojektes hochzuziehen.

Dort werden über 3 Mio. Euro in neue Wohnungen investiert.