Mit 200 Arnsbergern über Poesie geplaudert

Der US-amerikanische Kunstprofessor Eric Ellingsen stellt im Kunstverein aus – und verbindet dabei Sprachexperimente mit Seilskulpturen (Bild).
Der US-amerikanische Kunstprofessor Eric Ellingsen stellt im Kunstverein aus – und verbindet dabei Sprachexperimente mit Seilskulpturen (Bild).
Foto: WP

Arnsberg..  Sprache hat für ihn eine sehr große Bedeutung – und er kommt gern mit Menschen ins Gespräch; ein Aspekt, den es in Eric ­Ellingsens Ausstellung im Kunstverein Arnsberg zu entdecken gilt.

Quer durch die Räumlichkeiten des Hauses Königstraße 24 sind Seile gespannt, an denen ungezählte Papiere und Zettel baumeln – Notizen des Künstlers, dem der Spruch „wer schreibt, der bleibt“ auf den Leib geschrieben zu sein scheint.

Auch seine Gespräche mit den Bürgern unserer Stadt hat der US-Amerikaner protokolliert; fast 200 Arnsberger wurden in den vergangenen Tagen von ihm angesprochen, denn Ellingsen weilt mit seiner Familie schon seit einiger Zeit im Schatten des Glockenturms.

Während des Schützenfestes über Gedichte plaudern? Nicht einfach, aber für Eric kein Problem. In der Buchhandlung Houtermans hat er Besitzer Marcus nach dessen „Buch der Bücher“ gefragt – und nach langem Überlegen die „gesammelten Gedichte“ von Robert Gernhardt „erbeutet“. Mit dem grünen Büchlein im Gepäck marschierte er durch die Altstadt und sprach zahlreiche Passanten darauf an; landete schließlich auch an der Vogelwiese.

Gefüllt mit Notizen dieser Plaudereien, steht der Gedichtband nun als Teil der Ausstellung in einem riesigen Regal – ziemlich einsam, denn das Buch ist das einzige dort...

Als „Sprachexperimente“ bezeichnet der Kunstprofessor, der demnächst am „School of the Art Institute“ in Chicago eine eigene Fakultät aufbaut, sein Schaffen. Schon als Kind hatte er stets Stift und Notizblock in der Hosentasche – verknüpfte Poesie, Sprache, Menschen und Umwelt miteinander und brachte alles zu Papier. Bis heute mit der Intention, das Bewusstsein für (Un)Bekanntes zu schärfen.

Wer das hautnah miterleben möchte, sollte sich am heutigen Freitag um 18 Uhr am Neumarkt einfinden. Von dort startet Ellingsen eine „Performance“, die den Teilnehmern ermöglicht, Arnsberg mit allen Sinnen neu wahrzunehmen (Details dazu im Infokasten).

Bleibt noch zu klären, was es mit den Seilen auf sich hat. Diese dienen keineswegs nur dazu, den Notiz-Zetteln Halt zu geben. Als bunte Seilskulpturen bilden sie quasi ein zweites Standbein der Exposition, die außerdem darüber aufklärt, wie aufwendig ihre Herstellung sein kann – am Beispiel von Menschen aus Äthiopien. Wer immer noch nicht neugierig genug ist, dem sei gesagt, dass während des Sommerfestes im Garten des Kunstvereins im Anschluss an die Eröffnung eine sehr spezielle Suppe gereicht wird: Die „Lake Soup“ wird vom Sunderner Fernsehkoch Olaf Baumeister nach speziellem Rezept gekocht – u.a. mit Wasser aus dem Sorpesee!