Mindestlohn für die Gastronomie

Hochsauerlandkreis..  „Der Dumping-Lohn-Countdown läuft“, sagt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG): Nur noch bis zum Ende des Vorjahres hätten sich die Beschäftigten im Hochsauerlandkreis mit einem Stundenlohn von unter 8,50 Euro zufrieden geben müssen. „Ab Januar ist der Lohn-Hebel umgelegt – auf Mindestlohn. Dann gilt: 8,50 Euro pro Stunde ist der unterste Lohnsockel im Hochsauerlandkreis – für jede Mini-Jobberin, für jede Saisonkraft in Hotels und Gaststätten und für jede Rentnerin, die etwas dazuverdienen muss, um ihre schmale Rente aufzubessern“, sagt Helge Adolphs von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten.

Es gibt Ausnahmen

Die NGG Südwestfalen weist jedoch darauf hin, dass es Ausnahmen gibt: bei Langzeitarbeitslosen zum Beispiel. Wer seit mindestens einem Jahr arbeitslos gemeldet ist, hat erst nach sechs Monaten im neuen Job Anspruch auf den Mindestlohn. Die NGG kritisiert dies und befürchtet einen „Drehtüreffekt“ auf dem heimischen Arbeitsmarkt: „Hier steht uns ein Heuern und Feuern bevor. Arbeitgeber werden Langzeitarbeitslose als billige Arbeitskräfte nutzen, nach einem halben Jahr entlassen und durch neue Langzeitarbeitslose ersetzen“, befürchtet der Geschäftsführer der NGG Südwestfalen, Helge Adolphs. Weitere Ausnahmen gebe es beispielsweise für Praktikanten, Minderjährige und Ehrenamtliche.

„Wir erwarten auch Fälle, bei denen Arbeitgeber Beschäftigte knallhart vor die Alternative stellen: entweder Job mit einem Lohn von unter 8,50 Euro oder Kündigung“, sagt Helge Adolphs. Versuche ein Arbeitgeber allerdings, beim Mindestlohn zu tricksen, drohe ihm ein Bußgeld. Die NGG Südwestfalen rät allen Arbeitnehmern, die derzeit unter 8,50 Euro pro Stunde verdienen, sich über den neuen gesetzlichen Mindestlohn zu informieren.

Die entscheidenden Fragen hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) unter dem Titel „Was bedeutet das Mindestlohn-Gesetz für mich?“ zusammengefasst. Der „Mindestlohn-Lotse“ informiert über Ausnahmen und Sonderregeln. Er gibt Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen. Dazu gehört: „Was tun, wenn der Chef den Mindestlohn nicht zahlen will?“