Mehr Engagement für Flüchtlinge

Hochsauerlandkreis/Kreis Soest..  Zur evangelischen Kreissynode haben sich kürzlich 60 Delegierte aus den evangelischen Kirchengemeinden Wickede, Neheim, Hüsten, Arnsberg, Sundern, Meschede, Warstein, Olsberg-Bestwig, Brilon, Marsberg und Medebach im Mescheder Kreishaus versammelt.

Wichtiges Thema war die Sorge um Flüchtlinge; zwei Anträge aus der Versammlung an die Evangelische Kirche von Westfalen bekunden den Willen, die Situation dieser Menschen verbessern:

So soll die Landessynode weitere fünf Jahre Flüchtlingsarbeit an der Basis finanziell unterstützen und politisch Verantwortliche auffordern, Gesetze so zu ändern, dass sie Flüchtlinge wirklich schützen.

„Nächtliche Abschiebungen und solche nach Italien, Bulgarien, Griechenland und Ungarn gemäß dem Dublin III-Abkommen ­müssen gesetzlich verhindert werden“, so die Synodalen weiter.

Doch auch vor Ort wird etwas getan: Der heimische Kirchenkreis wird in Kürze eine(n) Flüchtlingsbeauftragte(n) installieren. Vorbereitend erhebe Gemeindepädagogik-Studentin Anna Franziska Pich bereits Daten über Anzahl und Lebensbedingungen der Flüchtlinge und Handlungsweisen von Kirche und Kommunen, wurde den Versammelten mitgeteilt. Der Superintendent des Kirchenkreises Arnsberg, Alfred Hammer, und Diakoniepfarrer Peter Sinn lobten ausdrücklich das Engagement der Kirchengemeinden, die zusammen mit den Kommunen bereits „eine Willkommenskultur für Flüchtlinge im Sauerland“ entwickeln.

Lob in Richtung Sauerland

Lob gab es auch aus der Börde in Richtung Sauerland; Dieter To­metten, Superintendent des Kirchenkreises Soest, betonte: „Der Kirchenkreis Soest braucht den Kirchenkreis Arnsberg.“ Manche Konzepte aus Arnsberg habe Soest übernommen; die Vorbereitungen auf das Reformationsjubiläum 2017 bereite eine gemeinsame Arbeitsgruppe vor.

Beide Kirchenkreise fordern die Landeskirche auf, evangelische Pfarrstellen an den LWL-Kliniken in Warstein und Marsberg zu finanzieren. Die Kirchengemeinden vor Ort können den vielen Seelsorge-Anfragen nicht nachkommen. Klinikpfarrstellen seien notwendig. „Doch die können wir aus unseren Haushalten nicht finanzieren“, so Hammer und Tometten.

Personalie: Stefanie Schumacher (45), Presbyterin in Neheim, wurde zu einer der Delegierten auf der Landessynode und zur Stellvertreterin im Kreissynodalvorstand gewählt.