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Sängerkreis-Vorsitzende
Sängerkreis-Vorsitzende
Foto: WP Ted Jones
Was wir bereits wissen
Seit zwei Wochen ist Nicole Kupitz aus Wennigloh Vorsitzende des Kreischorverbandes Arnsberg. Zuständig ist die verheiratete Rechtsanwalts-Fachangestellte damit für 72 Chöre mit 5400 Mitgliedern aus dem Raum Arnsberg, Sundern und Balve. Die gebürtige Neheimerin ist auch Vorsitzende der Gemeinschaft Arnsberger Chöre.

Arnsberg/Sundern..  Seit zwei Wochen ist Nicole Kupitz aus Wennigloh Vorsitzende des Kreischorverbandes Arnsberg. Zuständig ist die verheiratete Rechtsanwalts-Fachangestellte damit für 72 Chöre mit 5400 Mitgliedern aus dem Raum Arnsberg, Sundern und Balve. Die gebürtige Neheimerin ist auch Vorsitzende der Gemeinschaft Arnsberger Chöre.

In welcher Situation sehen Sie aktuell den Kreischorverband und seine Mitgliedsvereine?

Nicole Kupitz: Wir sind immer noch einer der größten Kreischorverbände in ganz Nordrhein-Westfalen. Im Moment ist unsere Situation noch ganz gut, doch erreicht auch uns der demografische Wandel. Wir haben in unseren Chören ein sehr hohes Durchschnittsalter bei den aktiven Sängerinnen und Sängern.

Was wird Ihre wichtigste Aufgabe in den ersten Monaten sein?

Zunächst blicke ich auf das Beratungssingen am 8. und 9. Mai in Stemel. Das bereite ich mit vor und da sind wir vom Kreischorverband natürlich auch vor Ort. Generell müssen wir mal darüber nachdenken, dass wir unseren aktiven Sängern als Kreischorverband mehr anbieten. Ich denke da an Workshops und ähnlichen Veranstaltungen. Ich möchte den Verband präsenter machen bei den Sängerinnen und Sängern. Wir sind ja nicht nur für die Vorstände da.

Was erwarten die Chöre von einem guten Kreischorverband?

Wir müssen uns selbst als guten Dienstleister und Ansprechpartner in allen Fragen rund um das Chorsingen verstehen. Da ist es auch wichtig, dass wir Unterstützung bei der wichtigen Literaturauswahl und der immer schwieriger werdenden Suche nach Chorleitern anbieten.

Die Mitgliedszahlen sinken auch im Kreischorverband Arnsberg. Woran liegt das?

Die Überalterung und der demografische Wandel treffen auch uns voll. Bei den Mitgliedszahlen ist aber auch zu beachten, dass viele Sänger gleich in mehreren Chören singen.

Wie wollen sie dem Mitgliederschwund begegnen?

Ich sehe in den Projektchören ein großes Potenzial. Darüber lassen sich auch Neulinge gewinnen. Ich denke da an Modelle wie den Projektchor „Ich kann nicht singen“, aus dem jetzt ein neuer regulärer Chor mit dem Namen „Singen macht Spaß“ geworden ist. Das zeigt doch, dass das Heranführen an das Singen ohne feste Vereinsstrukturen auch perspektivisch Neugründungen ermöglichen kann.

Kinder- und Jugendchöre sind im Kreischorverband Arnsberg nicht gerade stark vertreten. Was ist so schwer an der Nachwuchsarbeit in den Chören?

Ja, das ist richtig. Es gibt hier zu wenig Kinderchöre. Es wird aber auch immer schwieriger, weil es für Kinder viele andere Angebote gibt. Projekte gibt es ja viele - so wie „Toni singt“ in den Kindergärten. Dauerhaft Chöre erwachsen daraus aber nicht. Auch in Stemel musste sich der Kinderchor jetzt wieder auflösen. Grundsätzlich müssen wir aber Angebote machen. Ohne Angebote gibt es auch keinen Zulauf von Kindern. Aber Angebote brauchen gute Chorleiter, die mit Kindern oder Jugendlichen umgehen können, und kosten Geld. Das aber fehlt den Chören oft.

Müssen Schnittstellen zwischen den wenigen Nachwuchschören und den Erwachsenenchören optimiert werden?

Diese Frage stellt sich schon. Oft fehlt die Lust in die Traditionschöre zu wechseln. Da haben die jüngeren Sänger oft auch andere Vorstellungen von der Chorarbeit und auch der gesungenen Literatur. Es besteht eindeutig Nachholbedarf, dass wir da auch für junge Sängerinnen und Sänger Anlaufstellen im Bereich Arnsberg und Sundern schaffen.

Tragen Sie als neue Kreischorverbandsvorsitzende eine Idee mit sich herum, die sie als „verrückte Idee“ bezeichnen würden?

So ein richtig attraktiver Projektchor für Jugendliche - das wäre so eine Idee. Wir müssten die Jugendlichen über die für sie passende Literatur und die Musikauswahl kriegen. Da wird uns etwas einfallen.