Lions Club und Sportvereine starten das Projekt Sportbrücken

Seit einigen Wochen trainieren die Flüchtlingskinder gemeinsam mit den Mitgliedern der Taekwondo-Gruppe des TV Neheim. Fazit: Das Training läuft gut und auch die sprachliche Verständigung klappt immer besser.
Seit einigen Wochen trainieren die Flüchtlingskinder gemeinsam mit den Mitgliedern der Taekwondo-Gruppe des TV Neheim. Fazit: Das Training läuft gut und auch die sprachliche Verständigung klappt immer besser.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Ziel des gemeinsamen Projekts von Neheimer Sportvereinen und dem Lions Club Neheim-Hüsten ist die Integration von Flüchtlingskindern durch Sport.

Neheim..  Der Lions Club Neheim-Hüsten setzt sich gemeinsam mit dem TV Neheim und dem TuS Hüsten für Flüchtlinge ein. Zusammen starteten sie das Projekt „Sportbrücke“. Seit einigen Wochen hat auch die Taekwondo-Gruppe des TV Neheim zwölf Flüchtlinge in ihre Gruppe aufgenommen und lehrt ihnen seitdem den koreanischen Kampfsport. Ziel ist es, die Integration durch Sport zu fördern.

Dankbare Flüchtlingskinder

In der Turnhalle der Neheimer Binnerfeldschule angekommen, rennen einen die quirligen Kinder fast um. Sie haben sichtlich Spaß in der gemischten Gruppe. In ihren kleinen funkelnden Augen ist Dankbarkeit zu entdecken. Sie sind froh, dabei sein zu dürfen.

Zu den Mitgliedern des Taekwondo-Clubs haben sich überwiegend männliche Flüchtlingskinder dazugemischt. Aber auch zwei Mädchen wollen lernen, sich gekonnt zu verteidigen. „Die Kids sind wirklich noch sehr wild, oftmals können sie nicht richtig einschätzen, wann es zu weh tut“, erklärt Taekwondo-Lehrerin Tu Tram Mach (18).

Integration durch Sport

Und genau deshalb ist es so wichtig, dass sie Teil des Vereins sein dürfen. Hier lernen sie, wie sie ihre Kräfte kontrolliert einsetzen können. Das wichtigste ist allerdings die Integration. Nirgendwo kann man besser lernen, sich in eine Gruppe einzufügen als beim Sport – er baut Brücken zwischen den Menschen und bietet den Beteiligten die Möglichkeit zur Zusammengehörigkeit. Die Kinder lernen hierbei grundlegende Werte wie Respekt, Solidarität, Gemeinschaft und Disziplin kennen.

Sprachkurs ist Grundvoraussetzung

Grundvoraussetzung an der Teilnahme in den Sportvereinen ist für die Flüchtlinge der Besuch an einer Sprachschule. Die Logik dahinter: Nur wer sich sprachlich verständigen kann, der kann auch Freundschaften aufbauen. Und diese sind für ein glückliches Leben unerlässlich. Für die Bildungschancen ist die Sprachkompetenz ohnehin von elementarer Bedeutung.

Die Lions-Mitglieder aus dem Club Neheim-Hüsten legen sich für die Sache mächtig ins Zeug. Sie gaben den Flüchtlings-Familien eine Starthilfe und bildeten acht Wochen lang Fahrgemeinschaften. Sie holten die Kinder von ihrer momentanen Wohnsituation ab und brachten sie nach dem Training wieder nach Hause.

Hilfsbereitschaft der Lions

Auch Tosca Fahlefeld, die Tochter des Lions-Club-Mitglieds Christoph Meinschäfer, beteiligte sich und war beim Training unterstützend dabei. Sie erzählt: „Bei mir im Auto gab es letztens eine schöne Situation: Auf dem Hinweg sagten die Flüchtlingskinder ‘runter’ und meinten damit das Fenster. Ich habe ihnen auf dem Weg beigebracht, wie es vollständig heißt. Auf dem Rückweg sagten sie dann alle ‘Kannst Du das Fenster runter machen?’.“ Genau diese kleinen Dinge sagen ihr, „dass das, was wir tun, genau das Richtige ist“.

Die Kinder lernen unheimlich schnell, sowohl beim Sport als auch bei der Sprache. „Die Techniken, die ich den Kids zeige, setzen sie schnell um. Die Grundschritte des Taekwondo beherrschen sie bereits“, erzählt Tu Tram Mach.

Der Sport hat Kraft. Viele Menschen werden aufgrund ihrer Herkunft diskriminiert und an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Die Teilnahme an Trainingsstunden ist ein Feld der Begegnung. Eine „Sportbrücke“, die trägt.