Lernen und Neugier überwinden Altersgrenzen

Akademie 6 bis 99 besucht Neheimer Wasserwerk
Akademie 6 bis 99 besucht Neheimer Wasserwerk
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Arnsberger Akademie 6 bis 99 zählte bislang 5246 Gäste bei 62 Veranstaltungen. Das Ziel des generationsübergreifenden Lernens mit Spaß wird nach Meinung der Projektleitung erreicht.

Arnsberg..  Es geht bereits in das neunte Veranstaltungsjahr. Seit der Premiere im September 2006 besuchten 5246 Gäste die bislang 62 Veranstaltungen der Arnsberger Akademie 6-99. Unsere Zeitung sprach mit Projektleiterin Marita Gerwin über das Erfolgsrezept des generationsübergreifenden Bildungsprojekts.

Frage: Wird der generationsübergreifende Ansatz nachwievor gelebt und auch vom Publikum angenommen?

Marita Gerwin: Ja. Die Akademie 6 bis 99 leistet einen wichtigen Beitrag zum intergenerativen Austausch in Arnsberg. Das Bildungsangebot richtet sich an Menschen jeden Alters, jeder Nationalität und jeden Bildungsniveaus und leistet einen Beitrag zu sozialer Inklusion. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, alle Generationen durch ein gemeinsames Interesse an Bildung zusammenzuführen. Noch immer sind die Bildungsangebote viel zu sehr auf geschlossene Altersgruppen ausgerichtet. In der heutigen gesellschaftlichen Entwicklung, die durch Individualisierung und soziale Fragmentierung gekennzeichnet ist, werden die Möglichkeiten für ein solches Miteinander immer weniger. Die Akademie 6 bis 99 leistet einen Beitrag, um diese Lücke zu schließen.

Haben sie es mit Stammkundschaft oder wechselnden Teilnehmern bei ihren Veranstaltungen zu tun?

Sowohl als auch. Wir haben Fans, die jede Veranstaltung besuchen, andererseits aber auch Menschen, die sich speziell für das jeweilige Thema interessieren. Das Einzige was zählt, ist die Lust am Lernen! Ohne Stress und Leistungsdruck. Das macht Jedem Spaß!

Wie schaffen Sie es, immer wieder neue Veranstaltungsideen zu entwickeln? Oder sind bald Wiederholungen möglich?

Der Beirat der Akademie 6 bis 99 setzt sich zusammen aus vielen kreativen Köpfen, die am Puls der Zeit horchen, die intensive Kontakte zu den unterschiedlichen Generationen pflegen, die ihre Themen zur Diskussion stellen. Gleichzeitig bringen Gäste der Akademie ihre Fragen mit, stellen ihre Ideen für neue Themen vor. Kinder und Jugendliche mischen sich ein und entscheiden mit. Es gibt auch Experten aus den unterschiedlichsten Fachdisziplinen, die ihre Forschungsergebnisse anbieten. Sicherlich wird es auch Wiederholungen und Weiterführungen geben, wie zum Beispiel unsere geplante Fahrt nach Winterberg zur Bob- und Skeleton Weltmeisterschaft am 24. Januar 2015 oder Themen rund um den Klima- und Umweltschutzschutz.

Wie finanziert sich die Akademie 6-99? mit welchem Budget müssen sie arbeiten?

Das liebe Geld. Das Finanzierungskonzept leitet sich aus der grundlegenden Philosophie ab, nach der Bildung ein für alle Menschen zugängliches Gut ist. Daher ist es ausdrückliches Ziel der Akademie, die Veranstaltungen entgeltfrei oder zum Selbstkostenpreis bei Touren anzubieten. Die Referenten engagieren sich bürgerschaftlich. Sie verzichten auf ein Honorar. Auch die verantwortlichen Organisatoren leisten die Arbeit für die Akademie neben und nach ihrer hauptberuflichen Tätigkeit ehrenamtlich und unbezahlt. Das Jahresbudget für Materialkosten, Spesen, Öffentlichkeitsarbeit etc.. beläuft sich auf 2 500 Euro. Diese Summe wird durch Spenden aufgebracht. Die finanzielle Existenz der Akademie 6 bis 99 ist langfristig als bürgerschaftliche Initiative vieler Partner in der Stadt gesichert.Es klingt so selbstverständlich. Ist es aber nicht!

Haben sie keine Angst, dass sich die Idee der Akademie einmal totlaufen könnte?

Nein! Statements und die Motive der Gäste wie „Lernen hört nie auf, solange wir leben“, „Ich lerne, um mein Gehirn fit zu halten“, „Ich bin neugierig auf alles Neue“ oder „Ich habe das Gefühl, als wäre ich in der Akademie 6 bis 99 auf einer Entdeckungstour durch die Geheimnisse der Welt“ zeigen das.

Was war aus ihrer Sicht der beeindruckendste Moment aller bisherigen Veranstaltungen?

Ich weiß nicht, wo ich da anfangen soll? Ob es der Besuch in den Laboren und Werkstätten der Autostadt in Wolfsburg war oder bei unser Veranstaltung „Pillendreher und Giftmischer“ wie der Apotheker zu seinem Namen kam?“ oder beim Thema „Was kommt nach dem Tod? oder bei der Veranstaltung „Was uns durchs Leben trägt?“, als plötzlich ein Skelett im Jogginganzug die Bühne betrat. Es gab unzählige Glanzpunkte in den vergangenen Jahren.

Von welcher Veranstaltung für die Akademie träumen sie noch?

Die Exkursion zum Klimaschutzhaus in Bremerhaven. Schauen wir mal, ob wir das zusammen mit dem Klimaschutzbeauftragten der Stadt Arnsberg - mit Sebastian Witte - hinbekommen.