Leitungsteam macht Schluss

Foto: Ute Vollmer

Oeventrop..  Von Frauen für Frauen: 22 Jahre lang lenkten Lore Flaschel (65), Elisabeth Helleberg (62) und Mechthild Schulte (67) gemeinsam als Kernleitungsteam die Katholische Frauengemeinschaft der Ruhrdörfer. Jetzt machen sie Platz für ein neues Führungsteam.

Die „Koffer“ sind gepackt. Ein wenig sentimental war die Stimmung schon, als die drei Frauen in den vergangenen Wochen alles für ihre Nachfolgerinnen vorbereiteten. Die letzte Überweisung wurde ausgefüllt, Akten wurden geordnet, Informationen und Adressen abgeheftet. Auch die letzte von insgesamt 22 Jahreshauptversammlungen wollte organisiert sein. Am heutigen Donnerstag um 18 Uhr ist es so weit: Das langjährige Leitungsteam sagt „Adieu“.

„Jetzt freue ich mich darauf, nur mit der kleinen Handtasche zur nächsten Veranstaltung zu gehen und mich einfach zwischen die anderen Frauen einzureihen“, sagt Mechthild Schulte. Als Kassiererin trug sie in all den Jahren die Kasse und die Verantwortung für die Finanzen der 500 Frauen starken Gemeinschaft. „Als ich damals in den Vorstand gewählt wurde, habe ich gezweifelt, ob ich das alles schaffe.“

Viele neue Impulse gegeben

Auch für die anderen beiden war die Vorstandsarbeit im größten Frauenverband ein Sprung ins kalte Wasser. „Wir sind daran gewachsen, persönlich und auch als Gemeinschaft“, sagen die drei. Dabei waren sie längst nicht immer einer Meinung. „Anfangs haben wir die Konflikte einfach ausgesessen. Dann geklärt. Auch ein Streitkultur muss gelernt werden.“

Um die vielfältigen Aufgaben zu erfüllen, besuchten die Frauen zahlreiche Fortbildungen. Wissen und Kompetenzen, die sie in die örtliche Gemeinschaft einbringen und weitergeben konnten. Neben Teamfähigkeit mussten Führungsqualitäten entwickelt werden. Rhetorik, Computertechnik, Planung und Durchführung von Events.

Die Mitglieder und Gäste erinnern sich sicher an einige der vielen und so unterschiedlichen Veranstaltungen und Aktionen wie das Konzert mit Bea Nyga, Frauenfrühstück, Kabarett mit Frieda Braun, Mundwerker Michael Klute, die Geheimnisse der Laterna Magica, Weihnachtsmarkt und Frauenkarneval. Ein Backbuch wurde veröffentlicht. Mit dem Erlös zahlreicher Aktionen unterstützte die kfd Bedürftige, Benachteiligte und Notleidende.

Neue Inhalte setzte das Leitungsteam mit der Gründung der Gruppe alleinlebender Frauen, der Gruppe junger Frauen in der kfd und dem Gymnastikangebot. Auch die Vorstandsarbeit wurde umstrukturiert, Arbeitskreise gebildet und so Arbeit und Verantwortung auf viele Schultern verteilt - mit dem Ziel, die Nachfolge zu sichern.

Mit der Frauengemeinschaftsmesse, Bibelarbeit, Andachten, Meditationen setzte das Team religiöse und spirituelle Inhalte um. „Wir konnten weibliche Spiritualität ausprobieren und weibliche Sichtweisen mit einbringen“, so Lore Flaschel. „Die kfd ist eine unglaubliche Bereicherung für uns gewesen, neben der Familienarbeit. Wir sind tollen Menschen begegnet und haben Toleranz gelernt.“

Und: „ Wir hätten diese Arbeit all die Jahre nicht machen können, wenn unsere Männer das nicht mitgetragen hätten.“

Info

Mechthild Schulte (67) trat mit 44 Jahren der Kath. Frauengemeinschaft bei. Sie bleibt der Organisation als „Präsente-Ministerin“ erhalten.

Lore Flaschel (65) wurde mit 28 Jahren Mitglied. Sie arbeitet nun weiter im Arbeitskreis „Religiöses“.

Elisabeth Helleberg (62) feiert in diesem Jahr 40 Jahre Mitgliedschaft. Sie verwaltet auch weiterhin die Mitgliederdateien.

kfd-Generalversammlung ist am heutigen Donnerstag, 28. Mai, um 18 Uhr im Pfarrheim.