Lebendiges Begegnungszentrum

Diese Digitalisierung des Architekturbüros Clemens und Maas zeigt, wie die Rodentelgenkapelle als Begegnungszentrum aussehen soll – hier ist die Variante „variable Aktionsfläche“ aufgebaut.
Diese Digitalisierung des Architekturbüros Clemens und Maas zeigt, wie die Rodentelgenkapelle als Begegnungszentrum aussehen soll – hier ist die Variante „variable Aktionsfläche“ aufgebaut.
Foto: Privat

Bruchhausen..  „Sehr durchdacht – und mit relativ einfachen Mitteln umsetzbar“: Das jetzt offiziell vorgestellte Nutzungskonzept für die Rodentelgenkapelle besticht durch Funktionalität und hat Charme.

Der im Jahr 2009 gegründete Förderverein Rodentelgenka­pelle plant, das denkmalgeschützte ­Gotteshaus zum „Begegnungszentrum Rodentelgen Bruchhausen“ auszubauen. Nicht nur Bruchhausens Bürger, sondern auch die Pfarrei St. Petri und die gesamte Arnsberger Bevölkerung möchten die rührigen Förderer der Kapelle für diese Idee begeistern, die auf fünf Varianten fußt. Diese lassen sich – je nach Bedarf und Veranstaltung – variabel installieren. Wie das funktionieren soll, erklären die Herdringer Architektinnen Mechthild Clemens und Barbara Maas:

Grundlage aller Varianten ist der variable Einsatz von Stellwänden, Vitrinen, (Klapp-)Stühlen und Mastleuchten, mit deren Hilfe sich der Kapellenraum in die gewünschte Variante verwandelt; in die Variante „Ausstellungen“ oder „Gottesdienst (auch zur Wallfahrt)“ oder – als Mischform – „Meditation/Andacht/Ausstellung“ oder „Theater/Schulaula“ (die benachbarte Grundschule besitzt ­keine) oder „Aktionsfläche“.

„Sämtliche in diesem Rahmen möglichen Veranstaltungen haben wir in der Vergangenheit schon in der Kapelle durchgeführt“, sagt Edwin Müller. Das zeige auch, so der Vorstand des Fördervereins, die Verbundenheit der Bruchhausener Bevölkerung mit ihrem Denkmal.

Ein Aspekt, der für die Finanzierung der künftigen Begegnungsstätte von großer Bedeutung ist, denn ein potenzieller Förderer legt viel Wert auf ein multifunktionales Konzept: Am 6. Mai betonte Mona Wehling während eines Ortstermins, es werde keine ausschließlich kirchliche Lösung gefördert. Die Referatsleiterin „Heimat- und Kulturpflege“ der NRW-Stiftung begrüßt darum das variantenreiche Konzept ausdrücklich.

Weiterhin im Boot der möglichen Geldgeber: das „Westfälische Amt für Denkmalpflege“ aus Münster sowie die „Deutsche Stiftung Denkmalschutz“ mit Sitz in Bonn. Deren Vertreter haben sich für den 22. Juli in Bruchhausen ­angekündigt.

Gesamtkosten von 330 000 Euro

Wie viel Fördergelder letztendlich fließen könnten, lässt sich derzeit noch nicht sagen, wohl aber, was das neue Begegnungszentrum insgesamt kosten dürfte:

„Rund 330 000 Euro“, schätzen die planenden Architektinnen. Ein nicht unerheblicher Teil dieser Summe muss in eine – zwingend notwendige – Heizungsanlage investiert werden.

Auch die Sicherung des Glockenstuhls und die Wiederherstellung des Geläuts ­stehen noch an.

Und der Zeitplan? „Bis alles so aussieht, wie auf den digitalisierten Ansichten gezeigt, könnte es wohl 2020 werden“, schätzt Edwin ­Müller, „zumal vor 2016 keine Fördergelder bewilligt werden dürften.“ Doch wenn man berücksichtigt, was der Förderverein in fünf Jahren alles bewegen kann – von 2009 bis 2014 wurden etwa 80 000 Euro in den Erhalt der Kapelle investiert – gibt das Anlass zu Optimismus. (Weitere) Sponsoren sind natürlich höchst willkommen.

Der „Segen der Kirche“ ist den Förderern auf jeden Fall gewiss, zumal die weitere Nutzung auch ­Gottesdienste mit einbezieht.