Laurentianum-Schüler nehmen Arnsberg unter die Lupe
06.03.2010 | 05:00 Uhr 2010-03-06T05:00:00+0100Arnsberg. Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 des Gymnasiums Laurentianum haben sich einem Projekt mit sozialer Gerechtigkeit beschäftigt. Thema: „Arnsberg unter die Lupe genommen.” Fach: Religion. Lehrer: Fritz Michael Timmermann.
Sie sind hinab gestiegen in die Niederungen des Lebens, zu Obdach- und Arbeitslosen, Hartz-IV- Empfängern, Straftätern und Bewährungshelfern, zu Behinderten. Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 des Gymnasiums Laurentianum haben sich einem Projekt mit sozialer Gerechtigkeit beschäftigt. Thema: „Arnsberg unter die Lupe genommen.”
Sie hatten Arbeitsgruppen gebildet, die sich mit einzelnen Sachgebieten beschäftigten. Von Jugendgerichtshelfer Detlev Struwe erfuhren sie, dass 2008 im Stadtgebiet 576 Jugendliche straffällig geworden sind. Spitzenreiter: Verkehrsdelikte und Diebstähle. Grund sind meist Perspektivlosigkeit und Langeweile.
Lebenswirklichkeit
Eine weitere Lebenswirklichkeit ist, dass in der ganzen Stadt 700 Menschen einmal wöchentlich von der „Arnsberger Tafel” mit Lebensmitteln versorgt werden. Die Tafel ist ein Verein, dessen Mitglieder sich ehrenamtlich engagieren. Milena und Lea, die die Zentrale der Tafel in Neheim besucht haben: „Dahin kommen Menschen wie du und ich.”
Weitreichend auch die Erkenntisse im Jobcenter der Stadt. Als arm gilt nach einer Definition der Bundesregierung, dessen Pro-Kopf-Einkommen weniger als 60 Prozent des Mittelwerts aller Haushalte beträgt. Romina, Mareike und Lea schätzten, wieviel Geld ein Mensch im Monat für Kleidung, Nahrung und Sonstiges benötigt. Der Betrag lag mit einer Differenz von 100 Euro deutlich über Hartz-IV.
Keine Eintagsfliege
Kriminalprävention der Polizei, ein Besuch in der Caritas-Sozialstation und einer im Hospiz, ein Gespräch mit einem Bewährungshelfer für verurteilte Straftäter, die Behindertenwerkstätten der Caritas und mehr haben den Laurentianern gezeigt, dass das sich das Leben vieler Menschen sehr vom Trubel in Kellerkneipen und Diskotheken unterscheidet.
Schulleiter Klaus Ullrich zeigte sich beeindruckt von dem Projekt, für das die Schülerinnen und Schüler drei Monate lang dafür immer wieder das Laurentianum verlassen hatten, um sich mit Menschen am Rand der Gesellschaft zu beschäftigen. Für Fritz Michael Timmermann, Lehrer für Religion und Englisch, ist das Projekt noch nicht zu Ende. „Das soll keine Eintagsfliege sein, sondern fortgesetzt werden.”

15:52
Menschen wie Du und ich gehen zur Tafel ... diese Ausage kann nur von einer CDU dominierten Schule kommen
09:15
Das ist ein tolles Projekt. Vielelicht gibt es so ewtas ja auch in Nachbarstädten und sie Schüler könnten sich über das Thema austauschen. Es wäre schon interessant zu wissen wo die Unterschiede aus Sicht von Schülern liegen.