Laurentianer elektrisieren Publikum

Gymnasiums Laurentianum bei der aktuellen Theater- und Musicalaufführung „Ali Baba, oder...?“
Gymnasiums Laurentianum bei der aktuellen Theater- und Musicalaufführung „Ali Baba, oder...?“
Foto: Jochem Ottersbach
Was wir bereits wissen
Das Gymnasium Laurentianum überzeugte mit seinem Musical „Ali Baba, oder..?“ die Zuschauer im Sauerlandtheater in Arnsberg. Gezeigt wurde ein Stück mit märchenhaften bunten Kostümen und satirischen Einwürfen mit Gegenwartsbezug.

Arnsberg..  Eine Verführung in den Orient wagten Schüler des Gymnasiums Laurentianum in ihrer aktuellen Theateraufführung. Das Musical „Ali Baba, oder...?“ des Musikpädagogen Wolfgang Fricke verhieß Märchenhaftes, setzte aber viele satirische Gegenwartsbezüge obendrauf.

Im Mittelpunkt steht der antriebsschwache Ali Baba (Johanna Albrecht), der zusammen mit seiner ehrgeizigen Frau Suleika (Johanna Vollbracht) das Schatzversteck des Räubers Abdulla (Hanna Abazaj) und seiner 40 Spießgesellen findet und sich dort bedient. Dies kriegt Alis geldgieriger Bruder Kasim (Anna-Maria Baulmann) spitz und dringt ebenfalls in die Höhle ein, wo ihn Abdulla und seine Mannen entdecken und verfolgen. Sein Schicksal verdeutlicht die Antwort auf Abdullas Frage: „Was ist mit seinem Kopf?“ „Er ist ab.“ Den lässt Kasims Frau Fatme (Juliane Förster) im Laufe der dramatisch-skurrilen Handlung von einem Schneider wieder annähen, um den Totenschein zu bekommen. Abdulla sieht in Ali den eigentlichen Drahtzieher. Es gelingt ihm aber nicht, diesen zu beseitigen, vielmehr werden die 40 Räuber schließlich in Fässern selbst entsorgt.

Witz mit Zeitkritik

Das Publikum im fast voll besetzten Sauerlandtheater ließ sich spontan elektrisieren von der Dynamik, von dem mit Zeitkritik gewürzten Witz und vor Allem von der musikalisch-gesanglichen Leistung besonders der Solisten, die eine faszinierende Unbefangenheit ausstrahlten. Überzeugend spielten, sprachen und sangen die Jugendlichen sowohl romantische als auch dramatische Szenen, gewürzt mit Klamauk und pfiffigen Überraschungseffekten. Da im Chor des Gymnasiums weitgehend Mädchen singen, waren die tragenden Rollen weiblich besetzt, was dem Gesang eine anmutige Note verlieh. Und immer wieder beeindruckte das vor Farbenpracht strotzende Massenaufgebot von Chorkindern, die eingängige Songs mit orientalischem Charme, teils von zwei Bauchtänzerinnen untermalt, aber auch popig modern mit satirisch-frechen Untertönen und zeitkritischen Inhalten schmetterten. Die Bühne quoll förmlich über von den bis zu 60 Akteuren und der durchdringenden Gewaltigkeit ihrer quirligen, aber aussagekräftigen Darbietungen. Vor der Bühne agierend trieben Orchestermitglieder der Schule, unterstützt von Musikern des Arnsberger Mariengymnasiums und von drei Lehrern beschwingt und eindringlich die Handlung von Szene zu Szene voran. Den anhaltend stehend dargebotenen Applaus am Schluss hatten alle mehr als verdient.

Überglückliche Musiklehrerin

Das meinte auch Musiklehrerin Andrea Niemand, die als Regisseurin, Choreografin, Dramaturgin und Dirigentin entscheidenden Anteil an dem Riesenerfolg der Aufführung hatte. „Die Masse der vielen Kinder bei Laune zu halten und zu bändigen, kostete viel Energie“, bekannte sie, „aber ich habe genug davon.“ Sie sei begeistert von der Fröhlichkeit der Kinder und über ihre Freude an dem, was sie in den Proben des vergangenen Jahres, in den letzten Wochen sogar täglich, geleistet hätten. „Ich bin deswegen überglücklich,“ strahlte Andrea Niemand nach der Vorstellung. Mit Recht!