Langscheid verliert Pfarrer samt seiner Kirche

Pfarrer Joachim Prunzelin „seiner“ Kirche  in Langscheid, die nach seinem Abschied geschlossen wird.
Pfarrer Joachim Prunzelin „seiner“ Kirche in Langscheid, die nach seinem Abschied geschlossen wird.
Foto: WP

Sundern..  In 21 Jahren hat Joachim Prunzel in Langscheid „ein Stück Heimat“ gefunden. „Das lasse ich nun zurück“, sagt der evangelische Pfarrer, „nicht nur die schöne Landschaft, sondern vor allem die Menschen hier, mit denen ich seel­sorgerisch groß geworden bin.“

Schon am 1. Februar sind diese beiden Jahrzehnte Vergangenheit, denn dann tritt der Langscheider Pastor seine neue Pfarrstelle an – in Friesoythe im Oldenburger Land. Dorthin hatte er sich im Oktober 2014 beworben – und nach einem Vorstellungsgottesdienst zum Jahresende steht seine Wahl nun seit einigen Tagen fest. Akute Personalnot an der neuen Wirkungsstätte sorgt sogar für einen ungewöhnlich zügigen Dienstantritt – der aber eine fast zweijährige Vorgeschichte hat:

„Ich suche mir ab 2015 eine neue Stelle“, erklärte Pfarrer Prunzel seiner Gemeinde im Februar 2013. Wenige Tage zuvor hatte der evangelische Kirchenkreis verkündet, im Zuge von Sparmaßnahmen die Pfarrbezirke Sundern und Langscheid binnen zweier Jahre zusammenzulegen und eine Pfarrstelle zu streichen. Nun also ist es soweit.

Seine familiäre Situation ermöglicht dem scheidenden Geistlichen einen unkomplizierten Neustart, aber er wäre trotzdem gern geblieben – „ich hatte hier eine tolle Gemeinde“, lobt Prunzel seine „Schäfchen“. Diese müssen jetzt ebenfalls umplanen, denn neben ihrem Seelsorger verlieren sie auch ihr Gotteshaus.

„Das Presbyterium hat die Aufgabe der Markuskirche zum 15. Februar 2015 beantragt“, erklärt Martin Vogt, derzeit noch Prunzels Amts kollege und in wenigen Wochen Sunderns einziger evangelischer Pfarrer. Wenn das Landeskirchenamt die offizielle Entwidmung genehmigt hat, soll über die Folgenutzung von Kirche und Pfarrhaus entschieden werden. „Es läuft wohl auf Verkauf hinaus“, sagt Pfarrer Vogt. Wegen der attraktiven Lage des Grundstücks, auf dem beide Gebäude stehen, hofft die Gemeinde auf mehrere Interessenten und wird versuchen, auf die künftige Nutzung Einfluss zu nehmen. „Gewisse Dinge schließen wir dabei von vornherein aus“, so Vogt.

Seit acht Jahren in Sundern tätig, wird ihm vor allem der persönliche Kontakt zu und der Austausch mit Joachim Prunzel fehlen. „Vor 15 Jahren hatten wir noch drei Pfarrer in Sundern...“, erinnert er sich. Ab Fe­bruar bleiben 1,3 Stellen übrig – seine eigene wird von 0,75 auf „voll“ angehoben – die restlichen „0,3“ sollen von außerhalb kommen.

„In Sachen Kooperation laufen derzeit Gespräche mit der Neheimer Gemeinde“, erklärt der künftige „Einzelpfarrer“, der sich auf reichlich Mehrarbeit eingestellt hat.

Lukaskirche zentraler Anlaufpunkt

Für die etwa 3900 evangelischen Christen in Sundern ist künftig die Lukaskirche an der Hauptstraße zentraler Anlaufpunkt. Mittelfristig wird dieses recht kleine Gebäude daher ausgebaut werden müssen...

Doch das ist Zukunftsmusik, zunächst steht für Sonntag, 25. Januar (ab 10.30 Uhr), in der Markuskirche ein Festgottesdienst mit anschließendem Empfang auf dem Plan – um Pfarrer Prunzel zu verabschieden. Dann wird dieser „sein Stück Heimat“ verlieren; und sich mit dem Gedanken trösten, bald näher an der Nordsee zu sein, die ihm, wie er sagt, „am Herzen liegt“.

Vom See an die See, das passt.

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