Kurswechsel in Sachen Ferienpark

Um den Ferienpark in Amecke, hier eine der frühen Planskizzen, wird weiter viel diskutiert.
Um den Ferienpark in Amecke, hier eine der frühen Planskizzen, wird weiter viel diskutiert.
Foto: Stadtmarketing

Sundern..  Der Rat der Stadt Sundern geht 2015 andere Wege in Sachen Ferienpark Amecke als bisher. Das liegt auch daran, dass die CDU, ebenso wie die anderen Fraktionen, den niederländischen Investoren zunehmend kritischer gegenüber steht. „Das Ergebnis nach zehn Jahren Planung ist deprimierend“, zog CDU-Fraktionsvorsitzender Stefan Lange in der Ratssitzung am Dienstag ein Fazit.

„Wir von der CDU haben das Projekt als Tourismusförderung gesehen. Alle Entscheidungen standen unter dem Aspekt der Wirtschaftsförderung“, so Langes Blick zurück. Wichtig sei es, angesichts der jetzigen Lage einen Kaufpreis festzusetzen für das Gelände des Tennisplatzes (4500 qm). Die veranschlagten 130 000 Euro lägen zwar über den bisher gezahlten Werten, dieses sei aber auch ein zentrales Grundstück. Eine andere Bedingung gab Lange vor: Weitere Leistungen der Verwaltung dürfe es nicht vor einer Sicherheit, dass der Park gebaut wird, geben.

Beigeordneter Meinolf Kühn erklärte dazu, dass man den Bau begleite, um die Interessen der Stadt zu vertreten. Zum Vertrag betonte er, dass es wichtig sei, den Folgevertrag möglichst nah am Ursprungsvertrag fortzuführen. Auf Nachfrage der FDP erklärte er, dass kein Bauantrag gestellt worden sei.

„Es ist das Mindeste, was sein muss“, betonte Antonius Becker, Fraktionschef der Grünen. Er hatte auch den Vorstoß gemacht und den Vorschlag der Verwaltung in Sachen Tennisplatz um einen eigenen Antrag ergänzt. Mit dem Auf­lassungsvorbehalt im Grundbuch habe man noch ein Pfund in der Hand, bisher habe es zu viele Geschenke gegeben. Wenn man aber das abgebe, stehe man mit leeren Händen da. In der Schlussabstimmung verzichteten die Grünen auf den Passus, dass die Summe von 130 000 Euro, die man für den Tennisplatz von den Investoren erwarte, in sportliche Infrastruktur investiert werden soll.

„Wir haben andere Sorgen“, so Hans-Rüdiger Fehling (FDP) mit Blick auf die hohen Schulden und die Nettoneuverschuldung der Stadt. Auch seine Fraktion wünsche sich, endlich zu wissen, was gemacht wird. Erst danach solle man abstimmen, wie das Geld verwendet werde.

Kritische Worte fand auch SPD-Fraktionsvorsitzender Michael Stechele: „Die zehnjährige Geschichte des Parks ist alles andere als eine Erfolgsgeschichte“, mahnte er. Man habe dabei viel verloren an Familieninfrastruktur, wie das Freibad. Klare Zielvorstellung der Sozialdemokraten: „Jetzt mal klare Kante zeigen. Wir wollen Cash, dann folgen andere Verhandlungen, wo das Geld anzulegen ist“, so Stechele.

Die Angst, die hinter all diesen Äußerungen steht, bezieht sich auf mehrgeschossige Appartementhäuser, die im vorderen und seenahen Bereich entstehen könnten. „Wir wollen Klarheit, denn Sorpesee Resort und Projekten B.V. sind keine Bauherren“, so auch Hans Klein von WISU. Er forderte Nachverhandlungen zum Optionsvertrag mit dem Ziel, den Tennisplatz gegen den Parkplatz zu tauschen.

Realisierung des Parks weiter Ziel

Fakt ist, dass der Tennisplatz nach Auflösung des TC Amecke nicht mehr als Ersatz gebaut werden muss. Der Rat hält einstimmig 130 000 Euro, das wäre ein Preis von 28,88 Euro pro qm, für eine angemessene Summe. Die Zahlung soll nun direkt an die Stadt erfolgen. „Der Grundlagenvertrag ist in vielerlei Hinsicht gebrochen worden, auch was die Zeitplanung angeht“, gab sich Stefan Lange kämpferisch. Fraktionskollege Sebastian Booke sieht eine Bringschuld der Investoren bezüglich der weiteren Planung, Ziel sei aber weiterhin die Realisierung des Ferienparks.