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Kreativität

Kunstgeschichte praktisch begreifen

24.02.2016 | 08:00 Uhr
Kunstgeschichte praktisch begreifen
Die Schüler der Kunst-AG der Grundschule Dinschede setzten sich mit verschiedenen Formen der Kunst auseinander. Eine Vernissage zur Ausstellung „Das Tier in der Kunst“ begeisterte.

Oeventrop.  Schüler der Grundschule Dinschede beschäftigten sich ein halbes Schuljahr lang mit dem Tier in seiner Bedeutung in Kunst und Kulturgeschichte.

Kreativität wird an der Grundschule Dinschede in Oeventrop seit vielen Jahren groß geschrieben. Die Schüler der Kunst-AG luden nun zu einer großen Vernissage unter dem Thema „Das Tier in der Kunst – ein Streifzug durch die Jahrhunderte“ ein. Eltern, Großeltern, Bekannte und Freunde, die Klassenlehrerin Eva Burgard und die Schulleiterin Simone Eickhoff drängten sich in großer Zahl um die Kunstwerke im Ausstellungsraum in der Alten Knabenschule.

Dabei ging es mehr als nur ums eigene Schaffen: „Die Schüler hatten die Vernissage vorbereitet und als Experten informierten sie die Gäste über die einzelnen Kunstepochen und Künstler und gaben Einblicke in die Nachschaffensprozesse ihrer eigenen Kunstwerke“, erklärt die Projektbetreuerin und ehemalige Dinscheder Schulleiterin Elke Barz-Hoppe.

Das vom Land Nordrhein-Westfalen geförderte Projekt „Kultur und Schule“ bereichert das schulische Kunstangebot an der Grundschule Dinschede bereits zum achten Mal.

Unter der Leitung von Elke Barz-Hoppe und ihrem der Schule seit Jahren ebenfalls eng verbundenen Mann Ludwig Hoppe stand für zehn Schülerinnen und Schüler der Klasse 4b ein halbes Schuljahr lang das Tier und seine Bedeutung in der Kunst und Kulturgeschichte im Mittelpunkt.

So führten Jurij und Justin die Besucher in die steinzeitlichen Höhlen Frankreichs und Spaniens mit ihren Tiermalereien. Madita und Charlotte wussten alles über die Tierdarstellungen und Tierskulpturen in den ägyptischen Gräbern und Tempelbereichen. Saumia und Samira rechneten den Besuchern vor, wie lange die Künstler brauchten um die Tiermosaiken herzu­stellen, die die Böden der römischen Villen zierten.

„Der große Künstler des Mittelalters heißt Albrecht Dürer. Er hat als erster ein so gewöhnliches Tier wie den Hasen aber auch das für die meisten Menschen damals unbekannte Rhinozeros in seinen Radierungen ins Bild gesetzt“, erklärten Maya und Juliana. Von Franz Marc und Pablo Picasso und ihren Tierdarstellungen berichteten Leni und Leonie.

„Im Nachschaffensprozess haben die Schüler der Grundschule unter anderem Erdfarben aus Steinen und Kohle selbst hergestellt und auf Leinwände Mammuts und Wildpferde gezaubert“, erklärt Elke Barz-Hoppe. Mit scharfem Werkzeug haben sie aber auch Halbreliefs von Tiergottheiten und Hieroglyphen in Schieferplatten geritzt, Mosaiken mit Tiermotiven gestempelt, Dürers Rhinozeros in Radierplatten neu in Szene gesetzt und gedruckt, wie Picasso aus dem zufällig Gefundenen ein neues Tierwesen entstehen lassen und wie Franz Marc durch Farbe sich dem Wesen des Tieres genähert.

Der Satz Picassos „Ich male und gestalte so, wie ich es mir denke, nicht wie ich es sehe“ bestimmte das Arbeiten der Schüler. „Und in dieser künstlerischen Freiheit haben sie erstaunliche, eigene Kunstwerke geschaffen“, so Barz-Hoppe. Eine Vorführung an der Radierpresse verdeutlichte den Besuchern die „Anstrengung“ bei ihrem künstlerischen Tun.

Die Besucher belohnten am Ende der Präsentation die jungen Künstler der Grundschule ­Dinschede mit einem kräftigen Applaus.

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2016-02-24 08:00
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