Kunst auf nackter Haut
21.08.2010 | 17:56 Uhr 2010-08-21T17:56:00+0200
Arnsberg.Kunst am Körper, Körper als Kunst: Die Airbrush-Künstler und Bodypainter Herbert Spindler und Steffen Neumann zeigen beim Kunstsommer, wie dieses uralte Thema modern umgesetzt wird.
„Arnsberg ist eigentlich ein bisschen spießig“, hat sich Charlotte Madden gedacht. Die 18-Jährige lebt mittlerweile in Wien, kennt aber noch immer viele Leute in ihrer früheren Heimatstadt. Dass sie einmal oben ohne Kleidung, dafür oben mit Farbe den Steinweg hoch und runter marschieren würde, hätte sie nie gedacht. „Bodypainting kenne ich nur aus dem Fernsehen.“ Spontan sagte sie als Modell für Herbert Spindler und Steffen Neumann zu. „Das ist eine neue Erfahrung und die Vorstellung fand ich lustig. Außerdem gibt es auch Aktfotos und Aktgemälde, da ist das ja nichts so Besonderes.“
In 35 Minuten entsteht die Kunst am Körper: Erst kommt weiße Farbe als Grundierung auf den Oberkörpers, dann folgen mit Schwarz die Konturen. Anschließend ergeben die verschiedenen Farben das fertige Motiv vom Drachen mit einem Ei. „Es fühlte sich angenehm und schön kühl an“, erzählt Charlotte Madden. „Man fühlt sich nicht nackt, denn man ist ja angemalt.“ In der Disco würde sie das Outfit aber nicht tragen - obwohl laut Künstler Herbert Spindler so manche junge Frau „diesen Kick braucht“.
Und wie fanden die „spießigen“ Arnsberger die Kunst auf nackter Haut? „Viele Ältere waren überrascht. Einige sagten aber auch, wie toll sie es fänden“, erzählt das Modell, selbst begeistert. „Es ist schon eine Kunst, so ein Motiv auf die Haut zu malen.“ Über Jahrhunderte war es und ist es auch heute in einigen Kulturen üblich, mit der Gestaltung des Körpers zu experimentieren, die eigene Person zu stärken oder Botschaften zu transportieren
Charlotte Madden fühlte sich so wohl, dass sie mit ihrem Kunst-Körper in den Straßen der Altstadt präsentierte. Nach zwei Stunden war die Aktion vorbei und die Farbe wurde wieder abgeduscht. Nur ein kleines Motiv auf dem Oberarm zierte die 18-Jährige auch noch, als sie wieder ein Pünktchen-Top trug.

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