Kumpel ermutigen zum Königsschuss

Schützenfest Voßwinkel
Schützenfest Voßwinkel
Foto: Achim Benke

Voßwinkel..  Niklas Jochheim ist der neue Schützenkönig der Schützenbruderschaft St. Johannes Voßwinkel. Der 22-jährige Maler und Lackierer aus Voßwinkel holte mit dem 242. Schuss nach 95 Minuten um Punkt 11 Uhr endlich den Schützenvogel von der Stange. An seiner Seite wird seine Freundin Sandra Becker aus Herdringen das Schützenvolk im „Dorf der schlauen Füchse“ regieren.

Die neue Königin war gar nicht mit am „Höppken Kopp“, sondern in der Berufsschule in Münster. Die Bekannten und Freunde vom Spielmannszug Vosswinkel hielten sie aber per Handy auf dem Laufenden, was ihr Niklas so alles unter der Vogelstange macht. „Schieß ruhig weiter, ist alles in Ordnung. Sandra organisiert gerade die Rückfahrt“, riefen sie Niklas zu. An dessen Seite am Gewehr stand sein Bruder Christopher. „Ich helfe ihm aber nur, damit das Ding runter fällt. Ich bin keine Konkurrenz“, betonte er.

Bevor Niklas Jochheim ans Gewehr ging, sah es für ungefähr eine halbe Stunde so aus, dass es in Voßwinkel 2015 keinen Schützenkönig geben würde. Denn keiner wagte sich in die „Echten-Zone“. Der Vorstand hatte vorher beschlossen, dass dieses Mal kein „Grünrock“ (Vorstandsmitglied) unter die Stange geht. „Die Dorfgemeinschaft will einen König, dann soll es auch kein Grünrock sein, sondern ein ganz normales Vereinsmitglied“, sagte Schießmeister Hubertus Rohde.

Aus der Jugendkompanie schossen zu dieser Zeit Lennart Stecken und Sebastian Deimen abwechselnd auf die Flügel und Kopf, damit wenigsten ein Schuss fiel. Doch ernste Absichten hatten sie nicht. So waren auch schnell die mitgebrachten 200 Schuss verschossen und Rohde musste noch während des Schießens neue Königsmunition holen lassen. „Beim letzten Vogel haben wir nur 140 Schuss gebraucht“, so Rohde. Den Reichsapfel sicherte sich Sascha Müller, das Zepter holte sich Lennart Stecken.

Moderator Klaus Weische befragte während der königsanwärterlosen Zeit immer wieder frühere Könige und Königinnen, wie sie ihre Regentenzeit erlebt haben. Aber auch diese aufmunternden Worte der „Altmonarchen“ zeigten keine Wirkung bei den rund 500 Zuschauern. Sie harrten geduldig bei strömendem Regen aus und warteten darauf, dass doch ein Mutiger vortrat.

Als Niklas Jochheim um kurz nach neun Uhr zusammen mit dem Spielmannszug Voßwinkel zur Wiese gekommen war, hatte er noch gar nicht daran gedacht, als neuer Schützenkönig wieder zurückzugehen. „Eigentlich wollte ich nur ein Mal draufhalten. Aber dann hatte ich Gefallen daran gefunden“, erzählt Jochheim nachher. Die Freunde vom Spielmannszug hätten ihn zum Weiterschießen ermuntert.