Kriminelles Umfeld ist aufgedeckt

Amtsgericht Arnsberg, Arnsberg, Sauerland, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Amtsgericht Arnsberg, Arnsberg, Sauerland, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Der längst erledigte Landgerichtsprozess um Brandstiftung im Autohaus Schulte zieht jetzt noch Folgeprozesse gegen Straftäter aus dem Umfeld der „Autoschrauber-Szene“ vor dem Amtsgericht nach sich.

Bruchhausen..  Wieder einmal musste sich einer der Straftäter aus dem Umfeld der schweren Brandstiftung des Autohauses aus Bruchhausen vor dem Schöffengericht Arnsberg verantworten. In diesem Falle war es ein 24-jähriger arbeitsloser Mann, dem die Staatsanwaltschaft gleich neun Delikte, die er gemeinschaftlich und gewerbsmäßig begangen haben sollte, vorwarf.

Es waren allesamt Diebstähle im besonders schweren Fall und Betrugsstraftaten. In 2013 war er mit einem falschen Schlüssel in eine Soester Autowerkstatt eingedrungen, entwendete einen VW-Golf im Wert von 3000 Euro, schlachtete ihn aus und verkaufte die Einzelteile. In Arnsberg verschaffte er sich zusammen mit anderen Dieben Zugang zu einem Werkhof in Obereimer und zapfte im großen Stil Diesel aus Lkw ab. Der Treibstoff wurde in drei Fässern zu je 1000 Liter gelagert. Mit einer gestohlenen Tankkarte füllte man sich nicht nur den Tank des eigenen Pkw, sondern auch Kanister und machte die Beute zu Geld. An zwei Tankstellen an der Hellefelder Straße und am Widayweg in Oeventrop betrog man die Geschädigten jeweils um 800 bis 1560 Liter Diesel. Dieses Vorgehen an den Tankautomaten wertete das Gericht als Computerbetrug.

Umfassendes Geständnis

Der Angeklagte ist mit sieben Eintragungen im Bundeszentralregister vermerkt. Zum Teil sind es auch einschlägige Taten. Der 24-Jährige legte vor Gericht ein umfassendes Geständnis ab, zeigte Reue und gab an, aus Geldnot gehandelt zu haben.

Er habe der günstigen Gelegenheit nicht widerstehen können. Sein Verteidiger: „Zwei Jungs aus der niedergebrannten Autowerkstatt haben meinen Mandanten förmlich zum Tanken eingeladen.

Da hat er dankend angenommen und zugeschlagen.“ Der Verteidiger beantragte beim Gericht, nicht dem Willen des Staatsanwaltes zu folgen, der für seinen Mandanten 20 Monate Freiheitsstrafe beantragt hatte, sondern es mit zwölf Monaten gut sein lassen sollte. „Hier ist eine Bewährung durchaus zu verantworten.“

Sein Mandant und seine Kumpels kämen jetzt ins reifere Alter, so dass weitere Straftaten von ihnen nicht mehr zu erwarten seien. Wegen vier Diebstählen im besonders schweren Fall und viermaligen Computerbetrug, alle Taten gemeinsam und gewerbsmäßig begangen, wurde der Angeklagte zu 16 Monaten Freiheitsstrafe zur Bewährung auf drei Jahre verurteilt.

„Der Angeklagte hat reinen Tisch gemacht und bereits im Ermittlungsverfahren gestanden. Er hat mittlerweile eine Lebensgefährtin und ein Kind.

Das gibt Anlass zur Hoffnung, dass er vernünftig geworden ist und ferner straffrei bleiben wird,“ so der Vorsitzende Richter, der den Angeklagten für die Zeit der Bewährung einem Bewährungshelfer unterstellte und ihm zusätzlich 150 Sozialstunden auferlegte.

Alle Parteien waren mit dem Urteil einverstanden, was es sofort rechtskräftig werden ließ.