„Kooperation statt
02.06.2010 | 19:25 Uhr 2010-06-02T19:25:00+0200
Arnsberg. Der Branchen-Oscar geht nach Arnsberg: Die Pendelleuchte „Saturno“ des Neheimer Herstellers Bankamp wurde mit dem Publikumspreis „Leuchte des Jahres“ ausgezeichnet. Am Dienstagabend fand die Preisverleihung im Neheimer Kaiserhaus statt. Dort traf sich die Branche – und ließ sich von Trilux-Chef Huber auf eine schwierige Zukunft einstimmen.
Der Branchendienst „Highlight“ ruft seit sieben Jahren zu der Abstimmung auf. Diesmal landete eine Leuchte, die in Arnsberg produziert wird, ganz vorn: Die von dem Designer Jürgen Krammer entworfene Pendelleuchte „Saturno“. Krammer und Leuchtenhersteller Michael Kossmann (Bankamp) nahmen den Preis unter dem Applaus von rund 300 Zuschauern entgegen. Die Plätze 2 und 3 gingen an Hersteller aus Pulheim und Roeselare (Belgien).
Leuchten-Preis als
Indikator für den
Publikumsgeschmack
„Der Preis ist ein Indikator für den Publikumsgeschmack“, gratulierte Frank Eikel vom Vorstand des Fördervereins Leuchtenmuseum, der die Preisverleihung ausrichtete, den Gewinnern. „Nur was gefällt, wird auch verkauft.“ Auch Arnsbergs Bürgermeister Hans-Josef Vogel gratulierte und freute sich, dass die Verleihung der bundesweit bedeutenden Auszeichnung – dem „Oscar der Leuchtenbranche“ – nun zum zweiten Mal in der Stadt Arnsberg stattfand.
Mit einem von langem Applaus bedachten Vortrag analysierte Michael Huber, Generalbevollmächtigter von Veltins und Trilux, die wirtschaftliche Situation, in der die Leuchtenbranche im Sauerland stehe. Dabei war das, was Huber anschnitt, mehr als das übliche Krisengerede. Natürlich zeigte er die Schwierigkeiten auf, mit denen die Unternehmen zu kämpfen haben: Globaler Wettbewerb, stagnierende Nachfrage, neue Entscheidungsstrukturen bei den Kunden und manches mehr. Sein Fazit: Wer bestehen will, muss innovativ sein, und in deutlich kürzeren Abständen als früher seine neuen Produkte auf den Markt bringen.
Aber: Wie soll das gehen? Eine entscheidende Rolle spricht Huber den Mitarbeitern der Unternehmen zu. Huber: „Der Sauerländer ist bockig und stur, aber auch treu und verlässlich.“ Und das sorge dafür, dass Unternehmen auf ihre Mitarbeiter zählen können. Allen seinen Unternehmerkollegen im Publikum – und dort saßen viele – riet er mit Nachdruck davon ab, um Kosten zu sparen Mitarbeiter zu entlassen. „Stattdessen fragt die Menschen ehrlich: Wo könnt ihr helfen? Was können wir besser machen?“
Und Huber warb für mehr Kooperation unter den Firmen. Statt Geheimniskrämerei sollten mehr Kooperationen angestrebt werden, um die Stärken, die jedes Unternehmen habe, zu teilen – zum gemeinsamen Vorteil im internationalen Wettbewerb.
Empörte Kritik an Schließung des
HSK-Bildungszentrums
am Sorpesee
Ein großes Problem schon jetzt und erst recht in den kommenden Jahren sei es, neue qualifizierte Mitarbeiter zu bekommen. Fortschritt in den Unternehmen, Innovationsfähigkeit hänge auch vom Zugewinn neuer Mitarbeiter mit Know-how ab. Da könne eine ländliche Region oft nicht mit Großstädten mithalten.
Umso ärgerlicher sei es, dass hier statt attraktiver Infrastruktur aufzubauen diese gerade jetzt abgebaut werde: Empört zeigte sich der Trilux-Chef von der beabsichtigten Schließung des Bildungszentrums Sorpesee durch den Hochsauerlandkreis. Regelmäßig habe sein Unternehmen die Möglichkeiten genutzt, um dort Mitarbeiter fortzubilden. „Die Schließung trifft uns heftig, mehr, als wenn wir einen Kunden verlieren“, sagte Trilux-Chef Huber.

05:26
Die Schließung einer Bildungsmöglichkeit trifft also mehr als wenn man einen Kunden verliert?
Das spiegelt wohl das Denken der heutigen Managergeneration wieder. Es sind einfach zu viele Theoretiker in führenden Positionen.
Natürlich müssen Mitarbeiter geschult und gefördert werden aber was nützt es wenn die Produkte nicht gekauft werden?
Das bloße Orakeln aus Statistiken und Diagrammen trübt die Sicht auf die Realität.
Gute Nacht !!!!!