Kommunion nicht unbedingt am Weißen Sonntag

Morgen ist Weißer Sonntag, im Kirchenjahr der zweite Sonntag der ­Osterzeit. Traditionell feiert die katholische Kirche an diesem Tag die Erstkommunion. Der Arnsberger ­Dechant Probst Hubertus Böttcher erklärt im Interview, wie Weißer Sonntag und Kommunionfeier zusammenhängen.

1 Woher kommt der ­Name
Weißer Sonntag?

Früher trugen die zu Ostern getauften Erwachsenen ein weißes Taufkleid. Eine Woche später zogen sie dann zur Erstkommunion ein. Daher der Name Weißer Sonntag. Die Taufe bedeutet dabei die Aufnahme in die Gemeinde, die Erstkommunion die Aufnahme in die Mahlgemeinschaft.

2 Ist die Erstkommunion fest
an den Weißen Sonntag ge­bunden?

Der Weiße Sonntag ist zwar traditionell der Tag der Erstkommunion, aber auch bei uns im Pastoralverbund entzerren wir die Termine. Manche Gemeinden feiern eine ­Woche später oder etwa an Christi Himmelfahrt. Das hat vor allem pragmatische Gründe.

3 Welche Bedeutung haben die Feierlichkeiten für die Kinder?

Für viele Kinder ist das große Fest eine schöne Erfahrung, bei dem sie nach etwa einem halben Jahr Vorbereitung einen Tag lang im Mittelpunkt stehen. Leider sehe ich aber die Schwierigkeit der Nachhaltigkeit. Die Erstkommunion ist häufig mit einem Riesen-Event verbunden. Danach ziehen sich viele Kinder wieder zurück aus dem Gemeindeleben, vielleicht, weil die Eltern andere Sonntagsvorstellungen haben. Sie kommen noch ein paar Wochen, aber dann nimmt das ab. An der Lösung dieses Problems wollen wir in Zukunft noch stärker arbeiten. Bei aller Kritik sehe ich aber auch, wie positiv die Kinder das Fest aufnehmen, und beobachte, dass viele sehr tief ergriffen sind.