König Fußball verbindet die Welt

Klaus Hofstetter und Mikail Ucarman mit „ihrem Fußball-Nachwuchs“.Foto:Privat
Klaus Hofstetter und Mikail Ucarman mit „ihrem Fußball-Nachwuchs“.Foto:Privat
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Sundern..  Von sprachlichen Hürden keine Spur – die elf jungen Fußballtalente sind beim nächsten Mal alle wieder dabei, das haben sie ihren Trainern ganz deutlich gemacht.

Gar nicht so einfach, denn noch ist ihr Können am Ball deutlich ausgeprägter als ihre Deutschkenntnisse. Das wiederum ist keine Überraschung, denn die Trainingsgruppe besteht ausschließlich aus Flüchtlingskindern.

Hilfe durch Sport

„Mit so einer Kleinigkeit lässt sich so viel bewegen“, ist Mikail Ucarman angesichts der begeisterten Nachwuchskicker auch ein paar Tage nach dem ersten Training noch bewegt. Dabei mussten der Mitarbeiter der Sunderner Stadtverwaltung und seine weiteren Mitstreiter im Vorfeld schon Einiges bewegen, um die Sport­gruppe in Bewegung zu bringen.

Die Idee zum Projekt „Hilfe durch Sport“ wurde von der Bürgerstiftung Sundern angeschoben, die zwecks Umsetzung sowohl die Stadtverwaltung als auch den TuS Sundern dafür begeistern konnte.

Mikail Ucarman fungierte dabei als eine Art Bindeglied – er arbeitet im Rathaus und hat als Siebenjähriger einst selbst beim TuS das Fußball spielen gelernt. Inzwischen schnürt er seine „Stiefel“ noch ab und an beim SSV Stockum – aber der Kontakt ins Röhrtalstadion war schnell hergestellt – und ­TuS-Jugendleiter Klaus Hofstetter war sofort bereit, zu helfen: Zwei erfahrene Jugendtrainer des TuS begleiten das Projekt weiter.

„Wir haben dann die Flüchtlingsfamilien angeschrieben und sie zur Teilnahme eingeladen“, erklärt Ucarman das weitere Vorgehen. Teilweise sei man auch herum ­gefahren, um persönlich für das Projekt zu werben, so der 33-Jährige. Mit Erfolg: Am vergangenen Samstag fanden elf Flüchtlingskinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren den Weg in die Turnhalle 4 des Schulzentrums Sundern.

Nächster Termin am 24. Januar

Klaus Hofstetter und Mikail Ucarman begrüßten die Mädchen und Jungen natürlich persönlich – bevor nach kurzer Aufwärmphase dem runden Spielgerät nachgejagt wurde. Eigentlich waren es sogar zwölf Kinder – aber eine junge Dame hatte sich auf den Weg gemacht, um Volleyball zu spielen. „Die ist dann wieder nach Hause gegangen“, erzählt Mikail Ucarman.

Ob sie es sich anders überlegt, bleibt abzuwarten – aber die übrigen sind am 24. Januar ab 10 Uhr an gleicher Stelle wieder am Ball.

Außerdem dürfte es sich unter den Neubürgern schnell herumsprechen, dass samstags in Sundern gekickt wird – auch, weil eine Reihe Mütter und Väter in der ­Halle dabei waren.

„Wir sind flexibel“, hat das Duo Hofstetter/Ucarman keine Probleme, auch 15 oder 20 Nachwuchs­kicker zu betreuen, und wenn einer erst fünf oder schon 14 ist – auch kein Problem.

„Sie sollen merken – die kümmern sich um uns“, bringt Mikail Ucarman das Ziel auf den Punkt. Und wer es drauf hat, kann vielleicht schon bald ins Trikot des TuS Sundern schlüpfen – „König Fußball“ verbindet die Welt!“